Blogger für HOMER 2026 – Buchvorstellung und Rezension zu “Der Totengräber und die Pratermorde” von Oliver Pötzsch

Seit 2014 vergibt der Verein “Homer-Historische-Literatur” den Preis für den besten historischen Roman. Wir Blogger haben die Ehre, euch die dafür nominierten Romane und ihre Autoren vorzustellen.  
Ich möchte euch heute im Rahmen unserer Aktion der #bloggerfürhomer den Roman “Der Totengräber und die Pratermorde” von Oliver Pötzsch vorstellen.

BUCHVORSTELLUNG

Hinter Wiener Schmäh und Zauberkunst lauert ein grausamer Mörder! Wien, 1896: Ausgerechnet bei dem Zaubertrick »Die zersägte Jungfrau« stirbt die junge Bühnendarstellerin vor dem schockierten Publikum. Inspektor Leopold von Herzfeldt ermittelt, ihm dicht auf den Fersen ist die Reporterin Julia Wolf, seine unglückliche große Liebe. Rund um den Prater werden weitere Frauen getötet. Junge Dirnen und Dienstmädchen, die keiner groß vermisst. Jede der Toten ist anders verkleidet. Ist es ein und derselbe Mörder? Leo braucht Unterstützung und wendet sich an seinen Freund Augustin Rothmayer. Der Totengräber des Wiener Zentralfriedhofs schreibt an einem neuen Buch, »Was uns die Toten erzählen«, und ist in Experimente vertieft. Doch nur gemeinsam können Leo, Julia und Augustin das grausame Spiel des Mörders aufhalten.


PRODUKTINFORMATION

  • Herausgeber ‏ : ‎ Ullstein Paperback
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 26. Juni 2025
  • Auflage ‏ : ‎ 2.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 544 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3864932254
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3864932250

AUTORENVORSTELLUNG

Oliver Pötzsch, Jahrgang 1970, arbeitete nach dem Studium zunächst als Journalist und Filmautor beim Bayerischen Rundfunk. Heute lebt er als Autor mit seiner Familie in München. Seine historischen Romane haben ihn weit über die Grenzen Deutschlands bekannt gemacht: Die Bände der Henkerstochter-Serie sind internationale Bestseller und wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.


REZENSION FÜR DAS PRINT

✿*゚¨゚✎…. Der 4. Fall für den Wiener Sicherheitsbesamten Leopold von Herzfeldt

Bisher kannte ich vom Autor nur die Kinder- und Jugendliteratur. Ich habe mir bis heute nie Gedanken dazu gemacht, auch einen historischen Roman für Erwachsene von ihm zu lesen. Nun bin ich aber durch die Nominierung für den Goldenen HOMER 2026 dankbar, weil ich somit die Art und Weise, wie Oliver Pötzsch für große Leser/innen die Geschichten schreibt, kennen lernte. Und was soll ich sagen, ich wurde auf den 544 Seiten durchweg unterhalten. Er hatte eine Art, mich in das Leben um 1896 nach Wien zu entführen, in die Welt des berühmten Praters und deren Frauenmorde, diese mich mit Spannung gefesselt und gepackt hatten. Ich lernte hier die drei Hauptcharaktere Leopold von Herzfeldt, Julia Wolf und der Grantler Augustin Rothmayer (Totengräber) erstmals kennen. Obwohl ich als Quereinsteigerin in diese Totengräber – Serie eingestiegen bin, wurde ich allerdings zügig in das Geschehen informiert. Der vierte Band, ist wie die anderen Bände, eine in sich abgeschlossene Geschichte. Natürlich ist es oft hilfreich, mit dem ersten Band zu beginnen, aber nicht unbedingt zwingend notwendig. Denn ein guter Schriftsteller sollte es schaffen, den Leser oder die Leserin kurz und bündig in die Vorgeschichten zu unterrichten. Das ist ihm auf jeden Fall gelungen. Der Buchumschlag und das Buchcover sind für mich wunderschön gestaltet. Was ich an historischen Bücher auch sehr genieße, sind Kapitel und Überschriften zu den jeweiligen Textabschnitten, diese Oliver Pötzsch in seinen Romanen immer wieder beibehält, wie auch ein Prolog und ein Epilog zu der Geschichte verfasst. Die sogenannte Dramatis personae, also das Personenverzeichnis mitsamt einer Rollenbeschreibung, ist für mich in der historischen Literatur zwingend notwendig, um die ein oder andere Person dort nachschlagen zu können. Und ganz wichtig, ist die richtige und ausreichende Recherche um diese Zeit 1896. Ich war beeindruckt von den vielen Themen, wie von der Einlage des ersten Serienmörders Wiens (Hugo Schenk) und etwas über die Rothschilds oder dem Blumencorso (Ein Festtagsumzug für das Volk auf dem Wurstelprater), diese er in den Roman mit einfliessen hatte lassen. Um mehr über den Romaninhalt zu erfahren, ohne das ich spoilern muss, bedeutet in diesem Sinne “Lest diesen Roman”! Absolute Kauf- und Leseempfehlung meinerseits. 


REZENSION FÜR DAS HÖRBUCH

✿*゚¨゚✎…. Diese Geschichte ist unglaublich lebendig und spannend …

Sprache: Regionale Dialekte, Redewendungen und der besondere Zungenschlag der Bewohner Wiens hat der Sprecher Hans Jürgen Stockerl hier im Hörbuch perfekt wiedergegeben. Ich habe dem ganzen Krimi mit einer gewissen Leichtigkeit zuhören können. 
Brauchtum: Örtliche Feste, Traditionen, Trachten und historische Feierlichkeiten, u.a. wie im Buch beschrieben war der Blumencorso, in Wien eine traditionelle Parade prächtig geschmückter Pferdewagen, Fahrräder und später Automobile in der Hauptallee des Wiener Praters. Er wurde 1886 von Fürstin Pauline Metternich ins Leben gerufen und fand bis zum Ersten Weltkrieg jährlich im Mai statt. Die Zeilen im Buch waren, trotz großer Kürze, so in ihrer Aussage oder Formulierung treffend vorgestellt, als ob man live dabei gewesen wäre.
Kulinarik: Ein dazugehöriges Wirtshaus- oder Caféhauskultur, war hier auch beschrieben worden.
Stadt- und Landschaftsbild: Prägende Bauwerke, Straßenzüge oder landschaftliche Besonderheiten, waren wie der Wiener Prater mit seinen Gewölben so gut mit in die Geschichte eingebracht worden, und man fühlte es, als ob man dort selber mitgelaufen wäre. Ich kann wie immer sagen, ich liebs einfach – das Hörbuch anzuhören und im Buch mitzulesen. Habe das Gefühl es bleibt besser im Gedächtnis. 

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101 Wege, immer und überall zu lesen von Timothée de Fombelle & Benjamin Chaud

✿*゚¨゚✎…. In welcher Phase liest du am liebsten…

… deine Bücher? In diesem Büchlein, ertappt ein jeder Leser/in sich irgendwann und schmunzelt über die Art ein Buch zu lesen. Mich würde man im Lotus Sitz oder im Bett liegend, aber auch beim Baden oder auf einer Parkbank wiederfinden, falls man mich suchen sollte. Wundervolle Impressionen mit dem passenden kurzen Untertext gestaltetes Exemplar. Das Buch ist für jedes Lesealter, ab 6 Jahre, geeignet und versprüht eine gewisse Portion Humor. Nun habe ich mich entschieden aus diesem Büchlein etwas Wunderbares herzustellen. Ich habe es geschenkt bekommen, möchte es aber behalten. Allerdings ist es ein schönes Mirbringsel für Lesebegeisterte Menschen. 

Blogger für HOMER 2026 – Beitrag zu “Die an den Tod nicht glauben” von Cleo Sternberg

Manuela von @dasbuecherhaus wird uns heute und am 25. September 2026 etwas über das nominierte Buch für den historischen Literatur Preis “Die an den Tod nicht glauben” von Cleo Sternberg @charlottelyne berichten. Das Buch wurde im Droemer Verlag verlegt. 

https://lesenswertesausdembuecherhaus.blogspot.com/2026/08/die-den-tod-nicht-glauben-ein-fall-fur.html

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Ankündigung der Bloggerinnen für die HOMER – Shortlist 2026

Alle Jahre wieder kürt der Verein HOMER Historische Literatur die besten historischen Romane. Aus der Fülle der 2025 erschienenen Werke hat die HOMER Jury nach fleißiger Lektüre die ihrer Meinung nach die 11 Besten herausgefiltert.

Nun werden 11 Bloggerinnen euch in den nächsten Wochen die Nominierten der Shortlist für den HOMER Literaturpreis 2026 vorstellen.
Der nächste Literaturpreis Goldener HOMER wird am 03. Oktober 2026 um 18 Uhr in Erfurt (Haus Dacheröden, Anger 37) verliehen. Bis dahin werden wir für euch die Bücher und ihre Autoren und Autorinnen auf unseren Buchblogs, bei Facebook und Instagram näher vorstellen.
Ich würde mich freuen, wenn ihr uns dabei begleitet und Freude an der Vielfältigkeit der historischen Romane habt.

Hier findet ihr die Termine und die Blog-Links zu allen beteiligten Bloggerinnen für HOMER 2026.


Die Beiträge zum Buch “Die an den Tod nicht glauben” von Cleo Sternberg werden von Manuela am 14. August und am 25. September 2026 vorgestellt.


Die Beiträge zum Buch “Der Totengräber und die Pratermorde” von Oliver Pötzsch werden am Alexandra am 16. August und am 17. September 2026 vorgestellt. 


Die Beiträge zum Buch “Die Frauen vom Tafelberg” von Ines Keerl werden von Verena am 18. August und am 05. September 2026 vorgestellt.


Die Beiträge zum Buch “Little Germany – Der Duft der Neuen Welt” von Maria Nikolai werden von Dorinne am 20. August und am 15. September 2026 vorgestellt.


Die Beiträge zum Buch “Der Blutmensch zu Köln” von Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek werden von Carmen am 22. August und am 19. September 2026 vorgestellt.


Die Beiträge zum Buch “Tankred – Banner und Sturm” von Michael Römling werden von Eliza und James am 26. August und am 09. September 2026 vorgestellt.


Die Beiträge zum Buch “Die Tote an der Alster” von Anja Marschall werden von Patricia am 24. August und am 11. September 2026 vorgestellt.


Die Beiträge zum Buch “Rabenthron” von Rebecca Gablé werden von Sabine am 28. August und am 13. September 2026 vorgestellt.


Die Beiträge zum Buch “Sündflut 1784” von Marco Hasenkopf werden von Anni am 30. August und am 07. September 2026 vorgestellt.


Die Beiträge zum Buch “Gold aus der Wiener Werkstätte” von Beate Maly werden von Tanja am 01. September und am 23. September 2026 vorgestellt.


Die Beiträge zum Buch “Der Fall des eisernen Königs” von Ana Pawlik werden von Anke am 03. September und am 21. September 2026 vorgestellt.


 

Gertrude Stein und ihr Salon der Künste von Valentina Grande/Eva Rossetti

 

✿*゚¨゚✎…. Ein Graphik Novel über eine amerikanische Schriftstellerin, Verlegerin und Kunstsammlerin

In diesem Graphik Novel, erschienen im Knesebeck Verlag, bekommt man einen kleinen Eindruck, wie die intellektuelle Gesellschaft in Paris, noch dazu in den 1920er Jahre, sich um Gertrude Stein versammelte. Man erfährt in diesem bunten Buch in Comic Form, das bei der amerikanischen Schriftstellerin und Kunstsammlerin, sich jeden Samstag, große amerikanische und europäische Künstler und Schriftsteller, wie Ernest Hemingway, Francis Scott Fitzgerald, Matisse oder Picasso, trafen. Ich fand das irgendwie spannend. Denn von der ein oder anderen Persönlichkeit hat man schon viel gelesen und erfahren in der Vergangenheit. Aber über Gertrude Stein ist so wenig im Umlauf, das ich recht schade finde. Denn ohne diese Treffen bei Gertrude Stein im privatem Zuhause, würde man viele dieser Persönlichkeiten kaum oder gar nicht kennen. Man bekommt durch die Autorin Valentine Grande und Illustratorin Eva Rossetti, den gewissen Einfluss über die ungewöhnliche und bemerkenswerte Frau, auf wenigen bunten Seiten mitgeteilt. Es machte mir richtig viel Freude, mehr über diese Gertrude Stein und ihr privates Umfeld, nach dem Lesen, zu erfahren. 

Für Polina von Takis Würger (Hörbuch)

✿*゚¨゚✎…. Ein Liebesroman besonderer Art – Kein Kitsch!

Die wunderbar ergreifende Geschichte über Hannes und Polina habe ich nicht nur gelesen, sondern wie schon so oft, auch gleichzeitig bei Audible mit gehört. Manchmal habe ich das Gefühl, die Geschichten dann noch besser in mich aufnehmen zu können. Und dieser Roman von Takis Würger war mein erster aus seiner Feder und ich denke immer noch an die Protagonisten zurück. Könnte durchaus auch als Highlight Buch/Hörbuch bei mir durchgehen. Nun ist es bei Hörbücher ja auch wichtig, das man sich dem Sprecher öffnen kann. Das ist mir hier durchaus gelungen. Die ungekürzte Ausgabe hat Robert Stadlober wirklich gut mit verstellter Stimmlage, wie auch sprachlich umgesetzt. Ich war von Anfang bis zum Ende durchweg unterhalten worden. Ausführliche Rezension ist im Menü zu finden.

Für Polina von Takis Würger

✿*゚¨゚✎…. Eine Geschichte die mich bewegt hatte!

Ich bin immer wieder aufs Neue von den Bücher aus dem Diogenes Verlag positiv beeindruckt. Der Verlag verlegt Bücher mit einer sehr beeindruckenden deutschen Sprache. Ich liebs einfach, der deutschen Sprache zu folgen, die man auch im Deutschunterricht beigebracht bekommen hatte. Es war mein erstes Buch von diesem Autor und ich kann mit Sicherheit sagen, es wird nicht mein einziges Buch von ihm bleiben. In der ganzen Geschichte war kein Wort zuviel, die wunderbare Liebesgeschichte zwischen Hannes und Polina, wurde traumhaft und geistreich erzählt. Er hat facettenreiche und interessante Charaktere für diese einfühlsame Geschichte geschaffen. Nicht umsonst war diese eindrucksvolle Erzählkunst, mit einer emotionalen Tiefe und literarischen Vielfalt auf der Bestseller Belletristik 2025. Auch das mit eingebrachte Thema Klavier war für diese Geschichte absolut passend, in der ich mich als Klavierspielerin fallen lassen konnte. Kurz um war es für mich ein Roman, der mich noch eine Weile nachhaltig begleiten wird. Ein Buch das mich von Anfang bis zum Ende auch zum Weinen gebracht und mich in einen lesenden Bann gezogen hatte. Ein wirklich gutes Buch, das ich euch empfehlen möchte. 

Der Rosenhof von Priska Buchsbaum

✿*゚¨゚✎…. Freiburg im Breisgau und Umgebung 1914

Ich möchte euch zuerst mitteilen, das ich von dem Roman “Der Rosenhof” von Priska Buchsbaum wundervoll unterhalten wurde, auch wenn ich zu Beginn Zweifel hatte dieses dicke Buch mit 758 Seiten am Stück zu lesen. Ich liebe ja historische Geschichten. Wenn sie dann auch zur Kulisse passend umschrieben werden, um so mehr. Hier konnte ich tatsächlich mich nach Freiburg im Breisgau gedanklich entführen lassen. Die ein oder andere Ecke war mir sofort bekannt und somit wurde ich in das Geschehen um 1914 auch mitgerissen, dran teilzunehmen. Dieser Schmöker über das Schicksal dreier Frauen zur Zeit des Ersten Weltkriegs war mehr als mitreissend. Ich habe mitgefiebert und mitgelitten. Es sind durchweg gelungene Charaktere hier in diesem Roman. Ich kann keine negative Person hier herausfiltern, denn es gab einfach keine oder keinen. Absolut gelungene Protagonisten, alle auf ihre eigene Art und Weise. Die Autorin hat es geschafft diesen historischen Roman, dieser auch für meine geschichtlichen Kenntnissen, gut recherchiert und mit so einem tollen wie auch leichtem Schreibstil geschrieben, mich durch die mehr als 750 Seiten durchgelotst. Es ist ein Buch, das mich auch noch eine Weile begleiten wird. Hervorragend!

Bei Kirmes Mord von Susanne Arnold

✿*゚¨゚✎…. Ein Dorfkrimi aus dem Rheinland 

Ich wurde leider nicht so mitgerissen! Im ersten Drittel lernt man die Protagonisten kennen. Erst eine davon wird ermordet aufgefunden, dann ein zweiter im letzten Drittel. An sich ist der Krimi in einer schönen Umgebung, nämlich nähe Koblenz, als Kulisse zur Geschichte entstanden. Die Idee der Mordwaffe beim ersten Mord ist wirklich genial. Und die lustigen Namen und Charaktere, für die einzelnen Mitwirkenden, in diesem Cosy Crime sind wirklich gut ausgedacht. Da schaffte die Autorin es doch ein kleines Schmunzeln mir zu entlocken. Ich schwankte zwischen der Sternebewertung drei oder vier. Denn ich habe doch etwas an Leselust verloren, durch die Leichtsinnsfehler in der Geschichte. Mal hieß der Wellensittich Oskar anstatt Gustav, oder in den Dialogen wurden die Protagonisten vertauscht. Und wenn mir so etwas beim Lesen auffällt, passiert es mir, noch genauer zu lesen und damit fällt mir das Fallenlassen in das Geschehen schwerer und ich lege häufiger das Buch zur Seite. Das ist sehr schade. Daher habe ich gemischte Gefühle, den Dorfkrimi aus dem Rheinland zu empfehlen.