Lesung mit Sarah Tischer

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(.¸.•´ (¸.•` ☆ ¤º.`•.¸.•´ ☆………. Lesung mit Sarah Tischer

Die Lesung im Januar 2026 in der Wortwerke in Rastatt mit Sarah Tischer war voll spannend. Sie las aus ihrem Krimi “Letzte Chance Baden Baden – Maxi Morel ermittelt 2”, der im Gmeiner Verlag im August 2025 erschienen ist, mit einer angenehmen Lautstärke und Stimme einige Passagen daraus vor. Sie selbst ist eine sympathische Person öffentlichen Lebens, denn sie schreibt nicht nur Geschichten, Kochbücher und/oder Kurzgeschichten. Nein, sie leitet auch eine Black-Forest-Lodge in Freudenstadt im Schwarzwald. Ich finde es immer wieder interessant, was die Autoren/Autorinnen, vor dem Schreiben alles gemacht bzw. gelernt haben. Sarah Tischer war in der Finanzdienstleistungsbranche in der Schweiz 3,5 Jahre tätig, bis sie ihren Job gekündigt hatte – um dann eine andere Tätigkeit im Leben ansteuerte. Sie kaufte einen alten Bauernhof mit Pension und baute ihn teilweise zu Ferienwohnungen und Ferienzimmer um. Dort schreibt sie ihre Geschichten. 

Interview mit Sarah Tischer

✽•*¨*•๑✿๑★ Autoreninterview ★๑✿๑•*¨*•✽

1. Wer ist Sarah Tischer? Magst du dich mal kurz vorstellen?


@Birgit-Cathtin Duval

Aufgewachsen bin ich am Bodensee. Nach einigen Zwischenstopps während meines VWL-Studiums in München und Barcelona, habe ich in Zürich gelebt und in der Finanzdienstleistungsbranche gearbeitet. Ich bekam jedoch relativ bald eine Sinnkrise und habe mein Leben komplett verändert: Nach einer Pilgerreise auf dem Jakobsweg kaufte ich mir mit 28 Jahren 2015 ein ehemaliges Pensions- und Bauernhaus. Nach zwei Jahren Renovierungszeit eröffnete ich die Black Forest Lodge (www.black-forest-lodge.eu). Seit beinahe 10 Jahren bin ich also Gastgeberin. Im Haus lebe ich auch selbst, mittlerweile mit meiner Familie. Ich koche gerne, mache Sport (wandern, Yoga, Laufen) und lese viel. Eine weitere Leidenschaft von mir ist das Schreiben und ich habe verschiedene Bücher veröffentlicht. (www.sarah-tischer.de)

2. Die wohl meist gestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Geschrieben habe ich eigentlich schon immer gerne – früher Tagebücher und Briefe, später auch auf Blogs. Gleichzeitig hatte ich schon lange den Traum, irgendwann ein eigenes Buch zu schreiben. Konkreter wurde dieser Traum während der Corona-Pandemie, als ich plötzlich mehr Zeit hatte, mich intensiv mit dem Schreibhandwerk zu beschäftigen. Anschließend habe ich meine eigene Geschichte aufgeschrieben, was ich schon länger im Hinterkopf hatte: »750 Meter Glück – raus aus der Finanzwelt und rein ins Landleben«. Nach ein paar Kurzgeschichten hatte ich dann Lust, mich an einen richtigen Roman zu wagen.

3. Deine Heimat ist im Schwarzwald. Dort führst du eine kleine Pension. Wie koordinierst du diese Arbeit mit dem Schreiben?

Das ist schon eine Herausforderung und oft wünsche ich mir mehr Zeit zum Schreiben. Gleichzeitig bin ich so dankbar für die Möglichkeit, schreiben und veröffentlichen zu dürfen, dass ich eine große Motivation habe und jede freie Minute dafür nutze (manchmal stehe ich auch gegen 5 Uhr morgens auf). Grundsätzlich habe ich festgestellt, dass wenig Zeit manchmal sogar ganz hilfreich sein kann. Wenn nur wenig Zeit zur Verfügung steht, arbeitet man oft besonders effektiv. Hat man dagegen sehr viel Zeit, kann es manchmal sogar schwieriger sein, sich zu motivieren.

4. Erzähl uns doch ein wenig aus deinem Schreiballtag. Wie sieht ein typischer Schreibtag bei dir aus? Hast du bestimmte Rituale oder gar einen festen Schreibplatz?

Einen festen Schreiballtag gibt es bei mir nicht. Es gibt durchaus Tage, an denen ich neben meiner Lodge und meiner Familie überhaupt nicht zum Schreiben komme – und das akzeptiere ich auch. Am liebsten schreibe ich tatsächlich im Café. Zu Hause finde ich nämlich immer etwas zu tun: Haushalt, Garten … ich glaube, das kennen viele Wenn ich keine Gäste habe und mein Kind im Kindergarten ist, fahre ich deshalb gerne früh morgens ins Café und verbringe dort ein paar Stunden mit meinem Laptop. Das liebe ich! Und wenn ich zwischendurch einmal etwas Zeit zum Schreiben finde, verziehe ich mich einfach in einen freien Raum. Platz habe ich in meinem Haus zum Glück genug.

5. Weißt du bereits vorher genau, was in deinen Büchern passiert. Arbeitest du dich an einem genauen Handlungsplan entlang oder brechen dir die Figuren schon mal aus und erfinden ihre ganz eigene Geschichte?

Ich vergleiche das Schreiben immer gern mit dem Verreisen: Wenn man alles genau im Voraus durchplant, nimmt man sich den Raum für das, was während der Reise entstehen kann. Wenn man gar keinen Plan hat, kann das aber auch blöd enden. Daher plane ich ein bisschen, liebe es aber auch, wenn sich beim Schreiben spontan neue Ideen auftun oder Figuren ungeplante Richtungen einschlagen.

6. Wenn du eine traurige, witzige oder spannende Szene schreibst, fühlst du dann mit?

Auf jeden Fall passiert dann auch etwas mit mir und ich denke, es ist wichtig, selbst etwas zu fühlen, um einen emotionalen Text zu schreiben. Allerdings bedeutet das nicht, dass ich bei jeder traurigen Szene selbst in Tränen ausbreche. Ich kann mich emotional auf eine Szene einlassen und gleichzeitig noch als Autorin einen gewissen Abstand behalten.

7. Du schreibst ja nicht nur Krimis, sondern auch Kurzgeschichten und Kochbücher? Welches Genre macht dir am meisten Freude daran zu arbeiten bzw. zu schreiben?

Ich hatte schon immer das »Problem«, dass ich mich für zu viele Dinge interessiere – und das wird mit der Zeit nicht besser. Deshalb kann ich mich auch beim Schreiben nicht für ein Genre entscheiden. Ich liebe die Mischung und finde es spannend, immer wieder etwas Neues auszuprobieren. Besonders schön finde ich es allerdings, in meine eigenen, fiktiven Romanwelten einzutauchen und Zeit mit meinen selbst geschaffenen Figuren zu verbringen. Das hat einen ganz besonderen Reiz.

8. Was ist bis jetzt der schönste Moment in deiner bisherigen Zeit als Autorin gewesen?

Schwer zu sagen. Ich denke wirklich spontan an Momente im Café, wenn ich Zeit zum Schreiben hatte und dachte: Wow, ich bin Autorin und darf das jetzt tun. Aber es ist auch immer (wirklich bei jedem neuen Buch) sehr besonders, das gedruckte Werk in den Händen zu halten. Und ich habe auch tolle Erinnerungen an Lesungen, z. B. die ausverkaufte Lesung an der Natur zu meiner Geschichte in meinem Heimatdorf.

9. Wie wichtig sind für dich die sozialen Netzwerke? Kritik von den Lesern ist wichtig und wie gehst du damit um?

Ich mag den Austausch in den sozialen Medien, habe aber immer etwas Angst, dass ich dort Zeit »vertrödle«, die ich eigentlich zum Schreiben nutzen könnte. Das Schreiben an sich ist mir daher viel wichtiger. Kritik ist für mich wertvoll, solange sie respektvoll formuliert ist. Natürlich hört man lieber Begeisterung von seinen Lesern. Aber auch Kritik kann einen weiterbringen. Und manchmal denke ich tatsächlich: »Ja, der oder die hat schon einen Punkt. Beim nächsten Buch mache ich es besser.«

10. Gibt es bereits neue Projekte, die in Arbeit sind und von denen du erzählen möchtest bzw. darfst?

Ich habe viele Ideen. Aktuell plotte ich einen neuen Schwarzwald-Krimi.

Interview mit Oliver Pötzsch

✽•*¨*•๑✿๑★ Autoreninterview ★๑✿๑•*¨*•✽

1. Wer ist Oliver Pötzsch? Magst du dich mal vorstellen? 

Foto von Oliver Pötzsch

Uff, wer bin ich und wie viele? Ich bin sprudelnder Geschichtenerzähler, manchmal cholerischer, stets liebender Familienvater und Ehegatte, Soulsänger, stiller Misanthrop und lauter Euphoriker, Tomatenzüchter, Fantasy-Rollenspieler, Angstneurotiker, Gitarrensammler, leidenschaftlicher Koch, neugieriger Reisender und ja, auch Schriftsteller.

2. Die wohl meist gestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Das wollte ich tatsächlich schon als Kind. Ich habe immer gerne Geschichten erzählt, mir welche ausgedacht und auch aufgeschrieben. In der Grundschule wurden meine Aufsätze manchmal laut vor der Klasse vorgelesen (meine Mathehausaufgaben nicht). Da dachte ich ganz stolz: Das kann ich, das macht mir Spaß, vielleicht wird das mal mein Beruf. Es hat dann aber noch dreißig Jahre gedauert, mit dem Umweg über den Journalismus, der keine schlechte Schule war.

3. Du wurdest mit deinem vierten Totengräber “Der Totengräber und die Pratermorde” für den Goldenen Homer 2026 nominiert. Das ist ein Preis für hervoragende Historische Literatur. Wie hast du dich gefühlt, als du von der Nominierung erfahren hast?

Ich hab den Preis ja schon mal bekommen, auch einen silbernen Homer, und war vor ein paar Jahren wieder nominiert. Klar, das ist jedes Mal eine Ehre! Und dann auch noch im geschichtsträchtigen Erfurt, wo ich ohnehin für meinen neuen historischen Roman recherchieren wollte … Vor allem aber freue ich mich, eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen dort wieder zu treffen. Wir haben ja einen etwas seltsamen Beruf, jeder macht es ein bisschen anders, da kann man viel voneinander lernen – und uns alle eint die Liebe zum Historischen!

4. Wie lange hast du an diesem Buch gearbeitet? Und bist du auch für die Totengräber Buchreihe auf Recherche-Reise, z.B. den Prater persönlich besucht?

Ich brauche für ein Buch immer etwa ein Jahr, davon geht auch viel Zeit für die Recherche drauf. Und natürlich suche ich alle meine Handlungsorte vorher auf, hallo, das ist doch fast das Schönste! Erst dort entsteht meist das genaue Handlungsgerüst, hier habe ich die besten Ideen und die grusligsten Mordinspirationen … Manchmal tausche ich auf so einer Recherchereise auch noch den Bösewicht aus, das war auch im letzten Roman so.

5. Wenn du eine gefährliche, traurige, witzige oder spannende Szene schreibst, fühlst du dann mit?

Ja, das tue ich. Ich denke, es ist eine Voraussetzung für gutes Schreiben, sich in jede Szene reinzufühlen. Ich habe bei so mancher Szene auch schon mal eine Träne verdrückt, aber ich weine insgesamt sehr schnell, gerne im Kino oder beim Musikhören. Vor dem Fernseher übrigens mehr als meine Frau, die dann immer rüberguckt und sagt: Weinst du schon wieder? Und dann gibt sie mir einen Kuss.

6. Wer ist deine liebste Figur aus der Totengräber Buchreihe und weshalb?

Puh! Wer ist mein liebstes Kind? Diese Frage mag ich nicht beantworten, kann man sie überhaupt beantworten? Ich bin ja selbst eine Mischung aus dem neugierigen, neunmalklugen, eitlen Inspektor Leopold von Herzfeldt und dem grummligen, nerdigen, aber doch irgendwie liebenswürdigen Totengräber Augustin Rothmayer.

7. Du hast bereits mehrere Bücher geschrieben und veröffentlicht. Gibt es noch Romanideen für andere Genre?

Ich habe immer Ideen, jeden Tag. Die Frage ist, welche davon ein Buch wird. Und das wird hier nicht verraten …

8. Weißt du bereits vorher genau, was in deinen Büchern passiert? Oder arbeitest du dich an einen genauen Handlungsplan entlang oder brechen dir die Figuren schon mal aus und erfinden ihre ganz eigene Geschichte?

Früher habe ich nach einem mehr oder weniger festen Treatment geschrieben, das gab mir Sicherheit. Aber je erfahrener ich werde (und bei mir sind es dann doch 25 Bücher), desto mehr verlasse ich den sicheren Boden und trete hinaus ins Ungewisse. Und ja, dann führen mich die Figuren.

9. Gibt es bereits neue Projekte, die in Arbeit sind und von denen du erzählen möchtest bzw. darfst?

In Erfurt werde ich auch sein, um an meinem neuen historischen Roman zu recherchieren, der nächsten Sommer erscheint. Es wird ein Projekt sein, das viele Leserinnen und Leser bereits länger erwartet haben. Es ist der erste Teil einer neuen Serie rund um meinen Vorfahren, den Scharfrichter Jakob Kuisl. In dieser Prequel erfahren wir, was er als junger Mann im Dreißigjährigen Krieg erlebt hat. Das wurde in den zehn vorherigen Bänden ja immer wieder angedeutet. Ein wirklich sehr rechercheintensives Projekt über die Urkatastrophe der Deutschen! Da stecke ich gerade sehr viel Herzblut rein.

10. Welche Dinge verfolgst du mit Leidenschaft? Du hast nämlich neben deiner Leidenschaft zum Schreiben auch noch andere Hobbies? Erzähl uns etwas darüber…

Welches Hobby meinst du …? Kochen? Es gibt ja auch ein Kochbuch von mir. Musizieren? Singen? Ich begleite mich auf Lesungen selbst mit Gitarre und eigenen Liedern, bei größeren Veranstaltungen habe ich meine Band dabei. Und dann gibt es noch das Fantasy-Rollenspiel … Im Grunde hat mich diese Art zu Spielen erst zum Schriftsteller gemacht. Seit meiner Jugend erfinde ich als sogenannter ‚Meister‘ Geschichten, in denen die anderen am Tisch dann mitspielen. Wir haben erst kürzlich wieder unsere alte Rollerspieler-Gruppe wiederbelebt. Wenn wir in unsere Charakterbögen schauen, brauchen wir jetzt alle Lesebrillen – aber sonst ist es noch genauso großartig, spannend und lustig wie früher!

Nächstes mal für immer von Lucien Marant

✿*゚¨゚✎…. Eine tiefgründige und emotionale Lovestory!

Zwei Sommer, zwanzig Jahre – eine zweite Chance und die Frage, ob für immer noch einmal beginnt. Manchmal ist es wirklich möglich, das die Liebe zweier Menschen ein Leben lang hält, ein sogenanntes unsichtbares Band auf Ewig. Mona und Thibauld, die beiden Protagonisten, aus dem Roman vom Autor Lucien Marant “Nächstes mal für immer” beschreibt eine solche Begegnung. Beide verlieben sich ineinander, aber können es beim ersten Mal nicht aussprechen und/oder sich dem anderen zu öffnen. Die Szenerie spielt in Paris, der Stadt der Liebe. Es ist eine Tragikomödie, mit liebenswerten Figuren. Eine Geschichte in zwei Zeitebenen (1999 und 2019). Dieser Liebesroman der besonderen Art, läßt dir das Gefühl beim Lesen, den perfekten Ausflug nach Paris zu unternehmen, nämlich durch romantische Gassen zu flanieren, frische Croissants zu essen, gute Musik zu hören und die Liebe wahrzunehmen. Ich empfand während meiner Lesezeit ein warmes Gefühl der Freude, Zuversicht und der Hoffnung, das alles gut gehen wird. Ich spreche hier mal eine Empfehlung für das Buch aus. Es lohnt sich wirklich, mal reinzulesen. 

Voll verzuckert ins Glück – Hinterm Deich 6 von Sylvia Filz & Sigrid Konopatzki (Hörbuch)

✿*゚¨゚✎…. Hinterm Deich 6 (Hörbuch)

Diesmal sind wir wieder in der Sandumer Keksmanufaktur von Sinja und Marie. Die beiden haben dringend eine Hilfe gesucht und Gunda getroffen und eingestellt. Diese macht sich als Mitarbeiterin weit mehr als nur hervorragend. Und man ist sich sicher, das auch Gunda ihr Herz in Sandum und für eine neue Liebe verlieren wird. Ein Wohlfühlroman für einen Alltag zum abschalten. Tolle Stimme, der ich ganz gut folgen kann und die Sprecherin spricht klar und deutlich. Ungekürzte Hörbuch Aufnahme und bei Audible verfügbar. 

Neue Bücher

Meine neuen Errungenschaften an Lektüren sind:
Willow Falls von Greta Milan
Als die Würfel fielen von Ana Pawlik
Der Himmel über dem Tulpefeld von Kerstin Lange
Die Hummerfrauen von Beate Gersteberger
Mordseemusik von Emmi Johannsen
Kaffee, Kuchen und ein Plan von Ralf Gebhardt
und ein Carlsen Comic von Agatha Christie.

Blogger für HOMER 2026 – Interview mit Oliver Pötzsch

✽•*¨*•๑✿๑★ Autoreninterview ★๑✿๑•*¨*•✽

1. Wer ist Oliver Pötzsch? Magst du dich mal vorstellen? 

Foto von Oliver Pötzsch

Uff, wer bin ich und wie viele? Ich bin sprudelnder Geschichtenerzähler, manchmal cholerischer, stets liebender Familienvater und Ehegatte, Soulsänger, stiller Misanthrop und lauter Euphoriker, Tomatenzüchter, Fantasy-Rollenspieler, Angstneurotiker, Gitarrensammler, leidenschaftlicher Koch, neugieriger Reisender und ja, auch Schriftsteller.

2. Die wohl meist gestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Das wollte ich tatsächlich schon als Kind. Ich habe immer gerne Geschichten erzählt, mir welche ausgedacht und auch aufgeschrieben. In der Grundschule wurden meine Aufsätze manchmal laut vor der Klasse vorgelesen (meine Mathehausaufgaben nicht). Da dachte ich ganz stolz: Das kann ich, das macht mir Spaß, vielleicht wird das mal mein Beruf. Es hat dann aber noch dreißig Jahre gedauert, mit dem Umweg über den Journalismus, der keine schlechte Schule war.

3. Du wurdest mit deinem vierten Totengräber “Der Totengräber und die Pratermorde” für den Goldenen Homer 2026 nominiert. Das ist ein Preis für hervoragende Historische Literatur. Wie hast du dich gefühlt, als du von der Nominierung erfahren hast?

Ich hab den Preis ja schon mal bekommen, auch einen silbernen Homer, und war vor ein paar Jahren wieder nominiert. Klar, das ist jedes Mal eine Ehre! Und dann auch noch im geschichtsträchtigen Erfurt, wo ich ohnehin für meinen neuen historischen Roman recherchieren wollte … Vor allem aber freue ich mich, eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen dort wieder zu treffen. Wir haben ja einen etwas seltsamen Beruf, jeder macht es ein bisschen anders, da kann man viel voneinander lernen – und uns alle eint die Liebe zum Historischen!

4. Wie lange hast du an diesem Buch gearbeitet? Und bist du auch für die Totengräber Buchreihe auf Recherche-Reise, z.B. den Prater persönlich besucht?

Ich brauche für ein Buch immer etwa ein Jahr, davon geht auch viel Zeit für die Recherche drauf. Und natürlich suche ich alle meine Handlungsorte vorher auf, hallo, das ist doch fast das Schönste! Erst dort entsteht meist das genaue Handlungsgerüst, hier habe ich die besten Ideen und die grusligsten Mordinspirationen … Manchmal tausche ich auf so einer Recherchereise auch noch den Bösewicht aus, das war auch im letzten Roman so.

5. Wenn du eine gefährliche, traurige, witzige oder spannende Szene schreibst, fühlst du dann mit?

Ja, das tue ich. Ich denke, es ist eine Voraussetzung für gutes Schreiben, sich in jede Szene reinzufühlen. Ich habe bei so mancher Szene auch schon mal eine Träne verdrückt, aber ich weine insgesamt sehr schnell, gerne im Kino oder beim Musikhören. Vor dem Fernseher übrigens mehr als meine Frau, die dann immer rüberguckt und sagt: Weinst du schon wieder? Und dann gibt sie mir einen Kuss.

6. Wer ist deine liebste Figur aus der Totengräber Buchreihe und weshalb?

Puh! Wer ist mein liebstes Kind? Diese Frage mag ich nicht beantworten, kann man sie überhaupt beantworten? Ich bin ja selbst eine Mischung aus dem neugierigen, neunmalklugen, eitlen Inspektor Leopold von Herzfeldt und dem grummligen, nerdigen, aber doch irgendwie liebenswürdigen Totengräber Augustin Rothmayer.

7. Du hast bereits mehrere Bücher geschrieben und veröffentlicht. Gibt es noch Romanideen für andere Genre?

Ich habe immer Ideen, jeden Tag. Die Frage ist, welche davon ein Buch wird. Und das wird hier nicht verraten …

8. Weißt du bereits vorher genau, was in deinen Büchern passiert? Oder arbeitest du dich an einen genauen Handlungsplan entlang oder brechen dir die Figuren schon mal aus und erfinden ihre ganz eigene Geschichte?

Früher habe ich nach einem mehr oder weniger festen Treatment geschrieben, das gab mir Sicherheit. Aber je erfahrener ich werde (und bei mir sind es dann doch 25 Bücher), desto mehr verlasse ich den sicheren Boden und trete hinaus ins Ungewisse. Und ja, dann führen mich die Figuren.

9. Gibt es bereits neue Projekte, die in Arbeit sind und von denen du erzählen möchtest bzw. darfst?

In Erfurt werde ich auch sein, um an meinem neuen historischen Roman zu recherchieren, der nächsten Sommer erscheint. Es wird ein Projekt sein, das viele Leserinnen und Leser bereits länger erwartet haben. Es ist der erste Teil einer neuen Serie rund um meinen Vorfahren, den Scharfrichter Jakob Kuisl. In dieser Prequel erfahren wir, was er als junger Mann im Dreißigjährigen Krieg erlebt hat. Das wurde in den zehn vorherigen Bänden ja immer wieder angedeutet. Ein wirklich sehr rechercheintensives Projekt über die Urkatastrophe der Deutschen! Da stecke ich gerade sehr viel Herzblut rein.

10. Welche Dinge verfolgst du mit Leidenschaft? Du hast nämlich neben deiner Leidenschaft zum Schreiben auch noch andere Hobbies? Erzähl uns etwas darüber…

Welches Hobby meinst du …? Kochen? Es gibt ja auch ein Kochbuch von mir. Musizieren? Singen? Ich begleite mich auf Lesungen selbst mit Gitarre und eigenen Liedern, bei größeren Veranstaltungen habe ich meine Band dabei. Und dann gibt es noch das Fantasy-Rollenspiel … Im Grunde hat mich diese Art zu Spielen erst zum Schriftsteller gemacht. Seit meiner Jugend erfinde ich als sogenannter ‚Meister‘ Geschichten, in denen die anderen am Tisch dann mitspielen. Wir haben erst kürzlich wieder unsere alte Rollerspieler-Gruppe wiederbelebt. Wenn wir in unsere Charakterbögen schauen, brauchen wir jetzt alle Lesebrillen – aber sonst ist es noch genauso großartig, spannend und lustig wie früher!