✽•*¨*•๑✿๑★ Autoreninterview ★๑✿๑•*¨*•✽

1. Wer ist Brigitte Pons? Magst du dich mal kurz vorstellen?

Autorin mit Familie, die lieber über Bücher redet, als über sich selbst. Menschlich, Erdenbewohner, Baujahr 1967; Haarfarbe Straßenkötermischlingsblond mit wachsendem Grauanteil; Augen grün-braun gesprenkelt; Brillenträgerin, Nichtraucherin und pazifistische Agnostikerin. Ich lebe in Hessen, südlich von Frankfurt, habe vor langer Zeit tatsächlich eine Banklehre gemacht, gehöre zum „Mörderische Schwestern e.V.“, kratze gern an Genregrenzen und wehre mich dagegen in Schubladen einsortiert zu werden. Auch wenn es angesichts meiner Geschichten vielleicht anders wirkt, bin ich absolut friedfertig und im Grunde eher schüchtern – die echten Abenteuer überlasse ich lieber meinen Protagonisten.

2. Die wohl meistgestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Es lebe das Klischee! Denn ich habe die sicher am häufigsten gegebene Antwort: es war schon immer mein Traum. Schon als Kind, in der Schule … Stimmt tatsächlich. In der Pubertät habe ich unsägliche Gedichte verfasst, dann eine lange Pause eingelegt, es rückten andere Dinge in den Fokus – Liebe, Ausbildung, Familie. Später mit kleinen Kindern und Teilzeitjob, kam mein Traum wieder aus seiner Schrankecke gekrochen und hat nicht mehr locker gelassen. Ich wusste, allzu viele Chancen werde ich nicht kriegen. Und Hartnäckigkeit wird manchmal belohnt.

3. Wie viele Bücher hast du insgesamt schon geschrieben? Warum eigentlich das Genre Krimi? Oder schreibst du auch was anderes?

Bisher sind acht Verlagsbücher und zwei im Self-Publishing erschienen – vier weitere sind auf dem Weg – auf meinem Schreibtisch bzw. im Lektorat oder kurz vorm Druck. Da ich eine Marketing-Niete bin, sind mir die Verlagsbücher vom Prozedere lieber.
Das Krimi-Genre ist wunderbar vielfältig. Ich kann meine Protagonisten in Extremsituationen bringen, sie in die Hölle schicken, retten – oder auch nicht. Mir steht die ganze Palette der Emotionen zur Verfügung, ich kann in die Haut des Schurken schlüpfen und dabei auch meine eigenen Grenzen kennenlernen. Die Fäden eines Verbrechens so zu spinnen, dass sie sich am Ende lösen lassen ohne zu reißen ist immer wieder eine Herausforderung. Gut und Böse sind oft nur eine Frage des Blickwinkels. Diese Gratwanderung liebe ich – und stürze damit nicht nur meine Figuren in Gewissenskonflikte, bringe sie zum Grübeln, zum Zweifeln. Wenn dadurch einige LeserInnen ebenfalls ins Nachdenken geraten, macht mich das glücklich.
Natürlich funktioniert das nicht nur bei Krimis.
Bei meinen Veröffentlichungen ist mit „Su“ ein Genre crossover dabei und im kommenden Jahr erscheint mein erster Liebesroman: „Liebe ist der beste Koch“, der tatsächlich ganz ohne Leiche auskommt.

4. Wenn Du eine traurige, witzige oder spannende Szene schreibst, fühlst du dann mit?

Die Stimmung springt über – mal in die eine, mal in die andere Richtung. Wobei es beim Schreiben oft eher ein „getriebenes“ Gefühl ist mit heftigem Herzklopfen, wenn es spannend wird – dann bin ich wie im Tunnel und der eigentlich emotionale Moment kommt erst hinterher, wenn ich die Szene nochmal lese. Dann denke ich schon mal WTF – das habe ich geschrieben? – und schlucke ein Tränchen oder grusele mich.

5. Was machst du hinterher, wenn das Buch beendet und veröffentlicht ist? Stürzt du dich gleich in den nächsten Schreibmarathon?

In letzter Zeit ist meistens schon das nächste Projekt in den Startlöchern, kaum dass eins beendet ist. Allerdings gibt es immer einen Moment der Leere hinterher, fast eine Art Trauerphase, wenn man die liebgewonnenen Charaktere loslassen muss. Insofern ist es ganz schön, dass zwischen Manuskript beenden und veröffentlichen einige Zeit vergeht und noch Lektorat und Druckfahnenkorrektur anstehen. So darf ich immer nochmal „zurück“ in die Geschichte und kann mich langsam entwöhnen.

6. Was ist bis jetzt der Schönste Moment in deiner bisherigen Zeit als Autorin gewesen?

Eine schwierige Entscheidung. Der erste Vertrag? Die erste Lesung aus dem gedruckten Buch? Die erste begeisterte Fanpost? Es gibt so viele schöne Augenblicke, dass ich mich gar nicht festlegen mag. Herausragend war eine Lesung am Tatort, als man mir meinen eigenen „Dorfbullen“ überreichte (ich schicke ein Bild mit), weil ich dem kleinen Ort Vielbrunn literarisch einen eigenen Polizisten verschafft habe. Und dazu die Aussage, dass so mancher schon auf der Straße nach Frank Liebknecht Ausschau gehalten hat, um sich dann verwundert zu erinnern, dass es denn gar nicht wirklich gibt. Sie betrachten ihn wie einen Nachbarn, einen Freund – das ist eine hohe Auszeichnung, finde ich. Besonders schön, da er im kommenden Jahr endlich zum fünften Mal ermitteln darf.

7. Wie wichtig sind dir die Rezensionen der Leser? Kannst du auch mit Kritik umgehen?

Rezensionen oder persönliche Rückmeldungen zu einem Buch, die mir zeigen, wie meine Geschichte – meine Figuren und Ideen – bei den LeserInnen ankommen, sind eine tolle Sache. Wenn ich spüre, dass der Funke überspringt – das ist großartig.
Kritik ist völlig in Ordnung. Ich schätze es, wenn sie gut begründet wird, dann bringt sie mich weiter. Vieles ist auch einfach Geschmackssache – und Geschmack ist jedem unbenommen, den muss nicht jeder teilen. Damit kann ich leben.

8. Wenn du an die Schule zurückdenkst, was war da dein liebstes und welches dein verhasstestes Fach – und wieso?

Englisch mochte ich am liebsten, weil Sprachen mir grundsätzlich liegen. Physik war gar nicht meins, was hauptsächlich an den Menschen auf der anderen Seite des Lehrerpults lag. Sport war auch doof. Ich habe es immer gern gemacht, aber leider völlig ohne Talent …

9. Hattest du schon so ein richtig peinliches Erlebnis?

Oh, wo soll ich da anfangen? Auf der Hochzeit einer Freundin habe ich mir auf der Toilette einen Kleiderzipfel in die Strumpfhose gewurschtelt und bin so zurück auf die Party marschiert … Zum Glück hat es schnell jemand gemerkt und vermutlich sonst niemand gesehen …

10. so spontan… was fällt dir dazu ein?
Lieblingsfarbe: Weinrot
Lieblingsbuch: Die Insel der Abenteuer“ von Enid Blyton
Lieblingsschriftsteller(in): Rita Mae Brown (Krimi)+ Federica de Cesco (Roman)
Lieblingsgetränk: Wasser (tagsüber – abends gerne auch Mal was anderes, Moscow Mule zum Beispiel)
Liebligsfilm: „Der Herr der Ringe“ (liebe ich auch als Buch)
Lieblingsschauspieler(in): ähhh … habe ich so konkret nicht
Lieblingsort: ein Fels am Seebensee mit Blick ins Gebirge, und das Chiringuito am Strand Mar Bella in Barcelona (klingt sehr gegensätzlich und ist es auch – ja, ich bin schon wieder unentschieden)
Lieblingsland: Spanien
Lieblingshobby: schwitzen in der Sauna, gefolgt von wandern und am Meer sitzen und essen! Vielleicht müsste essen sogar an erster Stelle stehen.