Nun, wo fange ich an. Am besten werde ich die Reihenfolge der Lesungen wie auf dem Flyer der Reihe nach beschreiben.

Romy Hausmann:
Dieser Thriller beginnt, wo andere enden.
Eine fensterlose Hütte im Wald. Lenas Leben und das ihrer zwei Kinder folgt strengen Regeln: Mahlzeiten, Toilettengänge, Lernzeiten werden minutiös eingehalten. Sauerstoff bekommen sie über einen »Zirkulationsapparat«. Der Vater versorgt seine Familie mit Lebensmitteln, er beschützt sie vor den Gefahren der Welt da draußen, er kümmert sich darum, dass seine Kinder immer eine Mutter haben. Doch eines Tages gelingt ihnen die Flucht – und nun geht der Albtraum erst richtig los. Denn vieles deutet darauf hin, dass der Entführer sich zurückholen will, was ihm gehört.
In ihrem emotional schockierenden und zugleich tief berührenden Thriller entrollt Romy Hausmann Stück für Stück das Panorama eines Grauens, das jegliche menschliche Vorstellungskraft übersteigt.

Hier hat die Autorin selbst aus ihrem Debütroman „Liebes Kind“ vorgelesen. Sie las laut, deutlich und ganz wichtig, spannend die Zeilen aus dem Buch vor. Ich bekam Gänsehaut. So langsam nähere ich mich dann doch auch dem Genre: Thriller!
Als Person war mir die Romy Hausmann sehr sympathisch. Vielleicht treffe ich sie ja mal wieder…

Linus Geschke:
Zeit der Rache.
Wenn der Wanderer kommt, sterben Menschen. Elf in Tannenstein, einem abgelegenen Ort nahe der tschechischen Grenze. Ein Tankwart im Harz, eine Immobilienmaklerin aus dem Allgäu. Der Killer kommt aus dem Nichts, tötet ohne Vorwarnung und verschwindet spurlos.
Der Einzige, der sich ihm in den Weg stellt, ist Alexander Born: ein Ex-Polizist mit besten Kontakten zur Russenmafia. Einst hatte der Wanderer seine Geliebte getötet, jetzt will Born Rache – und wird Teil einer Hetzjagd, die dort endet, wo alles begann: Tannenstein.

Linus Geschke lebt in Köln und arbeitet als freier Journalist unter anderem für Spiegel Online und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.
Mir haben die Antworten im Talk zwischen dem Autor und der Buchhandlung Wolf sehr gefallen. Er lobte die Arbeit der Blogger und in der Jugendzeit war es auch mal vorgekommen, das er mit der Politei zu tun hatte. Ein durchweg sympathischer Schriftsteller und Journalist. Wie er vorgelesen hatte, war hier genauso eine Gänsehaut zu spüren, wie bei seiner Kollegin Romy Hausmann.

Andreas Föhr:
Kommissar Clemens Wallner von der Kripo Miesbach und Polizeiobermeister Leonhardt Kreuthner, liebevoll „Leichen-Leo“ genannt, bekommen alle Hände voll zu tun, als ausgerechnet der Schafkopf-Held Johann Lintinger durch eine Schrottschere seiner rechten Hand beraubt wird. Ein würdiges Begräbnis muss her für diese legendäre Rechte, beschließt Polizeiobermeister Leonhardt Kreuthner, und so wird gleich neben einer alten Kapelle, die hinter dem Garten der Mangfall-Mühle steht, ein Grab ausgehoben. Dabei macht »Leichen-Leo« seinem Spitznamen mal wieder alle Ehre, denn der Ruheplatz ist bereits belegt: von einer männlichen Leiche.
DNA-Untersuchungen ergeben, dass es sich um den seit einem Jahr vermissten Vermögensberater Daniel Ulrich, ansässig in Frankfurt, handelt. Er soll in Miesbach einen Wagen gestohlen haben. Doch warum? Und wo sind seine Frau und sein Sohn? Schnell haben Kommissar Wallner und die Kripo Miesbach mehr Fragen als Antworten und eine bemerkenswerte Spurensuche im vermeintlich idyllischen Oberbayern nimmt ihren Lauf.

Während der Lesung bin ich sehr positiv überrascht worden, von dem Autor. Beim Talk war er sehr schweigsam und folgte den Aussagen seiner anderen drei Kollegen/innen. Andreas Föhr hat mich nicht nur in Gänsehaut Stimmung versetzt, sondern auch wortwörtlich im Dialekt zum Lachen gebracht. Hier ist die Krimigeschichte mir unter die Haut gegangen. Super toll vorgelesen.
Und hier noch etwas persönliches über Andreas Föhr: Jahrgang 1958, gelernter Jurist, verfasst seit 1991 erfolgreich Drehbücher für das Fernsehen. Unter anderem schrieb er zusammen mit Thomas Letocha für „SOKO 5113“, „Ein Fall für zwei“ und „Der Bulle von Tölz“. Für seinen Debütroman „Der Prinzessinnenmörder“ ist Andreas Föhr mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet worden. Mit „Schwarze Piste“ , „Wolfsschlucht“ und „Eisenberg“ stand Föhr monatelang unter den Top 10 der Spiegel-Bestsellerliste. Andreas Föhr lebt bei Wasserburg.

Judith Arendt:
Der Herbst hält Einzug in Skagen und vertreibt die letzten Sommergäste. Helle Jespers, Leiterin der örtlichen Polizeistation, sehnt sich nach mehr Zeit und weniger Trubel. Doch die Ruhe währt nur kurz, denn in der Nähe der beliebten Wanderdüne Rabjerg Mile wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Laut Obduktion stammt sie offenbar aus dem südostasiatischen Raum. Doch niemand scheint sie zu vermissen. Die Vermutung liegt nahe, dass sie sich illegal in Dänemark aufhielt. Helle Jespers ist fest entschlossen, den ersten Mordfall in ihrer Gemeinde aufzuklären, und stößt dabei auf die Schattenseiten der scheinbar so offenen dänischen Gesellschaft.

Judith Arendt schrieb Drehbücher für deutsche Fernsehserien und sieht umso lieber amerikanische. Ihre Leidenschaft gilt dem Kriminalroman, insbesondere dem skandinavischen und britischen. Judith Arendt lebt mit ihrer Familie seit einigen Jahren in der Nähe von München. Ihre beiden ersten Bücher „Unschuldslamm“ und „Sündenbock“ drehen sich um eine Schöffin in Berlin, die neue Krimireihe um die Polizistin Helle Jespers spielt in Dänemark.
Mich hat sie beim Vorlesen aus ihrem zweiten Teil, der Krimi-Roman- Buchreihe Helle…. , so wie es im realen Leben sein und passieren könnte, mitgenommen. Sie las als letzte ihre Geschichte deutlich, spannend und klar am Leseabend vor. Auch sie hat es geschafft, mich kriminalistisch zu entführen.

Ein wundervoll gelungener Krimiabend. Danke auch an die Buchhandlung Carolin Wolf und ihr Team.