Interview mit Sarah Tischer

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1. Wer ist Sarah Tischer? Magst du dich mal kurz vorstellen?


@Birgit-Cathtin Duval

Aufgewachsen bin ich am Bodensee. Nach einigen Zwischenstopps während meines VWL-Studiums in München und Barcelona, habe ich in Zürich gelebt und in der Finanzdienstleistungsbranche gearbeitet. Ich bekam jedoch relativ bald eine Sinnkrise und habe mein Leben komplett verändert: Nach einer Pilgerreise auf dem Jakobsweg kaufte ich mir mit 28 Jahren 2015 ein ehemaliges Pensions- und Bauernhaus. Nach zwei Jahren Renovierungszeit eröffnete ich die Black Forest Lodge (www.black-forest-lodge.eu). Seit beinahe 10 Jahren bin ich also Gastgeberin. Im Haus lebe ich auch selbst, mittlerweile mit meiner Familie. Ich koche gerne, mache Sport (wandern, Yoga, Laufen) und lese viel. Eine weitere Leidenschaft von mir ist das Schreiben und ich habe verschiedene Bücher veröffentlicht. (www.sarah-tischer.de)

2. Die wohl meist gestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Geschrieben habe ich eigentlich schon immer gerne – früher Tagebücher und Briefe, später auch auf Blogs. Gleichzeitig hatte ich schon lange den Traum, irgendwann ein eigenes Buch zu schreiben. Konkreter wurde dieser Traum während der Corona-Pandemie, als ich plötzlich mehr Zeit hatte, mich intensiv mit dem Schreibhandwerk zu beschäftigen. Anschließend habe ich meine eigene Geschichte aufgeschrieben, was ich schon länger im Hinterkopf hatte: »750 Meter Glück – raus aus der Finanzwelt und rein ins Landleben«. Nach ein paar Kurzgeschichten hatte ich dann Lust, mich an einen richtigen Roman zu wagen.

3. Deine Heimat ist im Schwarzwald. Dort führst du eine kleine Pension. Wie koordinierst du diese Arbeit mit dem Schreiben?

Das ist schon eine Herausforderung und oft wünsche ich mir mehr Zeit zum Schreiben. Gleichzeitig bin ich so dankbar für die Möglichkeit, schreiben und veröffentlichen zu dürfen, dass ich eine große Motivation habe und jede freie Minute dafür nutze (manchmal stehe ich auch gegen 5 Uhr morgens auf). Grundsätzlich habe ich festgestellt, dass wenig Zeit manchmal sogar ganz hilfreich sein kann. Wenn nur wenig Zeit zur Verfügung steht, arbeitet man oft besonders effektiv. Hat man dagegen sehr viel Zeit, kann es manchmal sogar schwieriger sein, sich zu motivieren.

4. Erzähl uns doch ein wenig aus deinem Schreiballtag. Wie sieht ein typischer Schreibtag bei dir aus? Hast du bestimmte Rituale oder gar einen festen Schreibplatz?

Einen festen Schreiballtag gibt es bei mir nicht. Es gibt durchaus Tage, an denen ich neben meiner Lodge und meiner Familie überhaupt nicht zum Schreiben komme – und das akzeptiere ich auch. Am liebsten schreibe ich tatsächlich im Café. Zu Hause finde ich nämlich immer etwas zu tun: Haushalt, Garten … ich glaube, das kennen viele Wenn ich keine Gäste habe und mein Kind im Kindergarten ist, fahre ich deshalb gerne früh morgens ins Café und verbringe dort ein paar Stunden mit meinem Laptop. Das liebe ich! Und wenn ich zwischendurch einmal etwas Zeit zum Schreiben finde, verziehe ich mich einfach in einen freien Raum. Platz habe ich in meinem Haus zum Glück genug.

5. Weißt du bereits vorher genau, was in deinen Büchern passiert. Arbeitest du dich an einem genauen Handlungsplan entlang oder brechen dir die Figuren schon mal aus und erfinden ihre ganz eigene Geschichte?

Ich vergleiche das Schreiben immer gern mit dem Verreisen: Wenn man alles genau im Voraus durchplant, nimmt man sich den Raum für das, was während der Reise entstehen kann. Wenn man gar keinen Plan hat, kann das aber auch blöd enden. Daher plane ich ein bisschen, liebe es aber auch, wenn sich beim Schreiben spontan neue Ideen auftun oder Figuren ungeplante Richtungen einschlagen.

6. Wenn du eine traurige, witzige oder spannende Szene schreibst, fühlst du dann mit?

Auf jeden Fall passiert dann auch etwas mit mir und ich denke, es ist wichtig, selbst etwas zu fühlen, um einen emotionalen Text zu schreiben. Allerdings bedeutet das nicht, dass ich bei jeder traurigen Szene selbst in Tränen ausbreche. Ich kann mich emotional auf eine Szene einlassen und gleichzeitig noch als Autorin einen gewissen Abstand behalten.

7. Du schreibst ja nicht nur Krimis, sondern auch Kurzgeschichten und Kochbücher? Welches Genre macht dir am meisten Freude daran zu arbeiten bzw. zu schreiben?

Ich hatte schon immer das »Problem«, dass ich mich für zu viele Dinge interessiere – und das wird mit der Zeit nicht besser. Deshalb kann ich mich auch beim Schreiben nicht für ein Genre entscheiden. Ich liebe die Mischung und finde es spannend, immer wieder etwas Neues auszuprobieren. Besonders schön finde ich es allerdings, in meine eigenen, fiktiven Romanwelten einzutauchen und Zeit mit meinen selbst geschaffenen Figuren zu verbringen. Das hat einen ganz besonderen Reiz.

8. Was ist bis jetzt der schönste Moment in deiner bisherigen Zeit als Autorin gewesen?

Schwer zu sagen. Ich denke wirklich spontan an Momente im Café, wenn ich Zeit zum Schreiben hatte und dachte: Wow, ich bin Autorin und darf das jetzt tun. Aber es ist auch immer (wirklich bei jedem neuen Buch) sehr besonders, das gedruckte Werk in den Händen zu halten. Und ich habe auch tolle Erinnerungen an Lesungen, z. B. die ausverkaufte Lesung an der Natur zu meiner Geschichte in meinem Heimatdorf.

9. Wie wichtig sind für dich die sozialen Netzwerke? Kritik von den Lesern ist wichtig und wie gehst du damit um?

Ich mag den Austausch in den sozialen Medien, habe aber immer etwas Angst, dass ich dort Zeit »vertrödle«, die ich eigentlich zum Schreiben nutzen könnte. Das Schreiben an sich ist mir daher viel wichtiger. Kritik ist für mich wertvoll, solange sie respektvoll formuliert ist. Natürlich hört man lieber Begeisterung von seinen Lesern. Aber auch Kritik kann einen weiterbringen. Und manchmal denke ich tatsächlich: »Ja, der oder die hat schon einen Punkt. Beim nächsten Buch mache ich es besser.«

10. Gibt es bereits neue Projekte, die in Arbeit sind und von denen du erzählen möchtest bzw. darfst?

Ich habe viele Ideen. Aktuell plotte ich einen neuen Schwarzwald-Krimi.

Ein Kommentar zu „Interview mit Sarah Tischer

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