✿*゚¨゚✎…. Der 4. Fall für den Wiener Sicherheitsbesamten Leopold von Herzfeldt
Bisher kannte ich vom Autor nur die Kinder- und Jugendliteratur. Ich habe mir bis heute nie Gedanken dazu gemacht, auch einen historischen Roman für Erwachsene von ihm zu lesen. Durch die Nominierung für den Goldenen HOMER 2026 bekam ich die Gelegenheit, seine Schreibweise noch mehr wertzuschätzen. Er gab seinen Protagonisten wundervolle Charakterzüge, die die Handlung zu lebendigen Episoden ausfüllten. Die Gefühle der Protagonisten waren bemerkenswert stark und greifbar hervorgehoben. Und was soll ich sagen, ich wurde auf den 544 Seiten durchweg unterhalten. Er hatte eine Art, mich in das Leben um 1896 nach Wien zu entführen, in die Welt des berühmten Praters und dessen Frauenmorde, diese mich mit Spannung gefesselt und gepackt hatten. Ich lernte hier die drei Hauptcharaktere Leopold von Herzfeldt, Julia Wolf und der Grantler Augustin Rothmayer (Totengräber) erstmals kennen. Obwohl ich als Quereinsteigerin in diese Totengräber – Serie eingestiegen bin, wurde ich recht zügig über das Geschehen informiert. Der vierte Band, ist wie die anderen Bände, eine in sich abgeschlossene Geschichte. Natürlich ist es oft hilfreich, mit dem ersten Band zu beginnen, aber nicht unbedingt zwingend notwendig. Denn ein guter Schriftsteller sollte es schaffen, den Leser oder die Leserin kurz und bündig in die Vorgeschichten zu unterrichten. Das ist ihm auf jeden Fall gelungen. Der Buchumschlag und das Buchcover sind für mich wunderschön gestaltet. Was ich an historischen Bücher auch sehr genieße, sind Kapitel und Überschriften zu den jeweiligen Textabschnitten, diese Oliver Pötzsch in seinen Romanen immer wieder beibehält, wie auch ein Prolog und ein Epilog zu der Geschichte verfasst. Die sogenannte Dramatis personae, also das Personenverzeichnis mitsamt einer Rollenbeschreibung, ist für mich in der historischen Literatur zwingend notwendig, um die ein oder andere Person dort nachschlagen zu können. Und ganz wichtig, ist die richtige und ausreichende Recherche um diese Zeit 1896. Ich war beeindruckt von den vielen Themen, wie von der Einlage des ersten Serienmörders Wiens (Hugo Schenk) und etwas über die Rothschilds oder dem Blumencorso (Ein Festtagsumzug für das Volk auf dem Wurstelprater), diese er in den Roman hat einfliessen lassen. Daher ist die Nominierung zum Goldenen Homer für den historischen Krimi “Der Totengräber und die Pratermorde” gerechtfertigt.
