{"id":28962,"date":"2026-10-13T08:00:58","date_gmt":"2026-10-13T06:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=28962"},"modified":"2026-10-10T19:16:19","modified_gmt":"2026-10-10T17:16:19","slug":"interview-mit-cleo-sternberg-charlotte-roth-claudia-ley-charlie-lyne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=28962","title":{"rendered":"Interview mit Cleo Sternberg\/Charlotte Roth\/Claudia Ley\/Charlie Lyne"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong><span id=\"fbPhotoSnowliftCaption\" tabindex=\"0\" data-ft=\"{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}\">\u273d\u2022*\u00a8*\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 Autoreninterview \u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022*\u00a8*\u2022\u273d<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<div>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>1. Wer ist Cleo Sternberg\/Charlotte Roth\/Claudia Ley\/Charlie Lyne? Magst du dich mal vorstellen?\u00a0<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/thumb-83bd732a4b76df47515de2b7b07051f2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-29056\" src=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/thumb-83bd732a4b76df47515de2b7b07051f2.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/thumb-83bd732a4b76df47515de2b7b07051f2.jpg 200w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/thumb-83bd732a4b76df47515de2b7b07051f2-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">Ich bin Charlie Lyne, geboren in Berlin, Studium in Neapel und lebe mit meinem britischen Mann, unseren inzwischen erwachsenen Kindern und Enkeln, meinem Schwager und Kaninchen Kalulu und Koopmeiners in der weltsch\u00f6nsten Stadt London. Ich bin Literaturwissenschaftlerin und seit \u00fcber drei\u00dfig Jahren als Lektorin, \u00dcbersetzerin, Ghostwriter, Coach und Autorin in der Buchbranche t\u00e4tig. Ansonsten liebe ich Filme, Reisen, Orchideen, Kazuo Ishiguro, Stewart O\u2019Nan und meine gro\u00dfe Familie. \u00dcber meine B\u00fccher spreche ich lieber als \u00fcber mich selbst.<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>2. Die wohl meist gestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen? Und warum schreibst du mit mehreren Pseudonyme?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">Ich f\u00fcrchte, meine Antwort darauf ist stinklangweilig: Ich habe keine Ahnung. Geschichten erz\u00e4hlt habe ich immer, sie aufgeschrieben auch, und da Film mein Lieblingsmedium ist, wollte ich eigentlich Filmregisseurin werden (darf aber inzwischen des \u00d6fteren mal ein Drehbuch lektorieren und bin dann auf Wolke Sieben). Das hab\u2018 ich mich dann im letzten Augenblick nicht getraut, also hab\u2018 ich weiter meine Geschichten aufgeschrieben. Und da ich mit aufgeschriebenen Geschichten anderer mein Geld verdient habe, dann eben auch irgendwann mit meinen.<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">Wie ich auf dem Buchcover hei\u00dfe, entscheiden meine Verlage. Charlotte Roth ist mein erfolgreiches Pseudonym, und wenn ich etwas f\u00fcr einen anderen Verlag gemacht habe, habe ich eben fairerweise daf\u00fcr ein neues Pseudonym bekommen, denn es m\u00f6chte ja nicht ein Verlag Werbung f\u00fcr den anderen machen. Cleo Sternberg haben wir nun f\u00fcr die Reihe um die Totenleserin neu erfunden, weil das Genre \u2013 historischer Kriminalroman \u2013 ein bisschen anders ist als das, was ich sonst mache. Und weil Leser und Buchh\u00e4ndler nicht verwirrt werden sollten.<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>3. Du wurdest mit dem Buch \u201c<span id=\"productTitle\">Die an den Tod nicht glauben: Ein Fall f\u00fcr die Totenleserin (Gerichtsmedizinerin Perdita Menke ermittelt 1)<\/span>\u201d f\u00fcr den Goldenen Homer 2026 nominiert. Das ist ein Preis f\u00fcr hervorragende Historische Literatur. Wie hast du dich gef\u00fchlt, als du von der Nominierung erfahren hast?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">Um ehrlich zu sein: Der Homer ist ja ein Preis ohne Dotierung, weshalb ich ihn immer als eher unbedeutend erlebt habe. Ich bin auch nicht zum ersten Mal nominiert und hatte jahrelang meine Verlage gebeten, meine B\u00fccher dort nicht einzureichen. F\u00fcr \u201eDie an den Tod nicht glauben\u201c habe ich mich trotzdem sehr gefreut. Es ist ein neues Pseudonym, der Roman erschien auf einem schlechten Programmplatz, und es ist mir das liebste Buch, das ich seit langem geschrieben habe. Ich lese selbst gern Krimis und Thriller und wollte unbedingt mal einen schreiben. Jede Aufmerksamkeit, die meine Totenleserin bekommt, ist deshalb eine Riesenfreude f\u00fcr mich. Gerade jetzt, wo es nicht mehr lange dauert, bis der zweite Band erscheint.<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>4. Wie lange hast du an dem Buch gearbeitet?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">Alles in allem brauche ich ein Jahr f\u00fcr ein Buch. In dem Jahr arbeite ich aber nat\u00fcrlich auch an anderen Projekten. Die Reihe um die Totenleserin Perdita und den Bestatter Charon habe ich \u00fcber Jahre hinweg entwickelt. <\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>5. Wie verlief die Recherche zu diesem Buch?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">Recherche ist f\u00fcr mich das Sch\u00f6nste am Schreiben, und an diesem besonders. Ich recherchiere immer vor Ort, bin ja auch in Berlin geboren und oft dort. Ich habe f\u00fcr \u201eDie an den Tod nicht glauben\u201c aber auch die ausgezeichnete medizinhistorische Wellcome Collection sowie das Hunterian Museum am Royal College of Surgeons hier in London benutzt und zwei forensische Mediziner sowie einen Medizinhistoriker interviewt. Meine Totenleserin hat durch die vielen Details und vor allem Anekdoten, die diese faszinierenden Menschen mir erz\u00e4hlt haben, mehr und mehr Kontur gewonnen. Und dann habe ich nat\u00fcrlich etliches gelesen. Da meine Romane alle in der ersten H\u00e4lfte des Zwanzigsten Jahrhunderts spielen, ist meine Sammlung an Fachliteratur dazu inzwischen ziemlich umfangreich. <\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>6. Erz\u00e4hl uns doch ein wenig aus deinem Schreiballtag. Wie sieht ein typischer Schreibtag bei dir aus? Hast du bestimmte Rituale?\u00a0<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">Ich f\u00fcrchte, der ist absolut langweilig. Es ist ja f\u00fcr mich kein \u201eSchreibtag\u201c, sondern ein Arbeitstag und der gleicht dem der meisten Leute, die im Home Office arbeiten. Ich stehe um 5.30 auf, gehe, sitze so ab 6.30 in meinem <\/span><span lang=\"de-DE\">B\u00fcro, arbeite zehn bis zw\u00f6lf Stunden und freue mich auf den Feierabend. Interessant ist daran nur, dass mein B\u00fcro irgendwann vom Rest des Haushalts in Hasenhausen umbenannt wurde, weil ich es mit Kalulu und Koopmeiners teile, den beiden Buchpr\u00fcferhasen, die hier herumhoppeln und B\u00fccher auf ihre Bissfestigkeit und ihren Geschmack pr\u00fcfen.<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>7. Was machst du hinterher, wenn das Buch beendet und ver\u00f6ffentlicht ist? St\u00fcrzt du dich gleich in den n\u00e4chsten Schreibmarathon?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">Wenn ein Buch geschrieben ist, vergeht ja noch einmal ein gutes Jahr, ehe es erscheint. Der zweite Band der Totenleserin erscheint beispielsweise im Januar. Fertig geschrieben war er im Dezember 2025. In der Zwischenzeit werden Lektorat und Korrektorat absolviert, Klappentexte und Programmvorschauen erstellt und die Durchsicht der Fahnen gemacht. Da ich vom Schreiben und von Dienstleistungen innerhalb der Buchbranche lebe und meine Familie ern\u00e4hre, arbeite ich ganz normal weiter. \u201eDie an den Tod nicht glauben\u201c war ebenso wie der Nachfolger \u201eDie den Tod nicht f\u00fcrchten\u201c ein besonderes Buch f\u00fcr mich, von dem ich mich schwer trennen konnte. Das ist aber die Ausnahme.<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>8. Wei\u00dft du bereits vorher genau, was in deinen B\u00fcchern passiert, Arbeitest du dich an einem genauen Handlungsplan entlang oder brechen dir die Figuren schon mal aus und erfinden ihre ganz eigene Geschichte?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">Meine Figuren k\u00f6nnen nur tun, was ich sie tun lasse. Und das bestimme ich ganz genau vorher. Ohne Plot schreibe ich keine Geschichte, und den arbeite ich vorher genau aus. Das dauert l\u00e4nger als das Erstellen der Rohfassung. Geschichten von Kolleginnen und Kollegen, die sich mit ihren Figuren beim Fr\u00fchst\u00fcck unterhalten, kenne ich zwar in rauen Mengen, aber bei mir bleiben die auf dem Papier. Ich fr\u00fchst\u00fccke nicht. Vielleicht liegt\u2019s daran.<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong><em>9. Der perfekte Ort, um deine B\u00fccher zu lesen? Wie w\u00e4ren deine Vorschl\u00e4ge?<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">Wo immer ihr lustig seid! Auf dem Klo, auf dem Weg zur Arbeit, beim Z\u00e4hneputzen? Mir soll\u2019s recht sein. Ich lese selbst auch \u00fcberall, und wo immer meine B\u00fccher gekauft und gelesen werden, freut\u2019s mich.<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>10. Gibt es bereits neue Projekte, die in Arbeit sind und von denen du erz\u00e4hlen m\u00f6chtest bzw. darfst?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">Da Schreiben wie gesagt mein Beruf ist, habe ich immer weitere Projekte, die sich anschlie\u00dfen. Der zweite Band meiner Totenleserin \u201eDie den Tod nicht f\u00fcrchten\u201c erscheint im Januar, worauf ich mich sehr freue. Ein Roman unter meinem Pseudonym Charlotte Roth erscheint im Februar, und an einem weiteren f\u00fcr 2028 arbeite ich gerade. Au\u00dferdem lektoriere ich den gro\u00dfartigen Roman einer Kollegin, verfasse als Ghostwriter einen spannenden Krimi und bin mit verschiedenen vorbereitenden Arbeiten zum Michael-Ende-Gedenkjahr 2029 besch\u00e4ftigt. Die Geschichten meiner Kunden sind auch alle ein bisschen \u201emeine\u201c, die ich manchmal gar nicht loslassen will. Es wird in meinem Hasenhausen-B\u00fcro also nicht langweilig, und daf\u00fcr bin ich sehr dankbar.<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u273d\u2022*\u00a8*\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 Autoreninterview \u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022*\u00a8*\u2022\u273d 1. Wer ist Cleo Sternberg\/Charlotte Roth\/Claudia Ley\/Charlie Lyne? Magst du dich mal vorstellen?\u00a0 Ich bin Charlie Lyne, geboren in Berlin, Studium in Neapel und lebe mit meinem britischen Mann, unseren inzwischen erwachsenen Kindern und Enkeln, meinem Schwager &hellip; <a href=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=28962\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-28962","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lesebuch"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28962","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28962"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28962\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29057,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28962\/revisions\/29057"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28962"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28962"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28962"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}