{"id":25346,"date":"2024-09-26T08:00:14","date_gmt":"2024-09-26T06:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=25346"},"modified":"2024-09-25T10:53:53","modified_gmt":"2024-09-25T08:53:53","slug":"interview-mit-michael-roemling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=25346","title":{"rendered":"Interview mit Michael R\u00f6mling"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>\u273d\u2022*\u00a8*\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 Autoreninterview \u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022*\u00a8*\u2022\u273d<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>1. Wer ist Michael R\u00f6mling? Magst du dich mal vorstellen? <\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/441904677_3190626507741589_2053760705435467794_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-25370\" src=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/441904677_3190626507741589_2053760705435467794_n-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/441904677_3190626507741589_2053760705435467794_n-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/441904677_3190626507741589_2053760705435467794_n-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/441904677_3190626507741589_2053760705435467794_n-88x88.jpg 88w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/441904677_3190626507741589_2053760705435467794_n.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Ich bin 1973 in Soest geboren, habe haupts\u00e4chlich Geschichte haupts\u00e4chlich in G\u00f6ttingen studiert, bin dann wegen einer Doktorarbeit zuerst nach Spanien und dann nach Italien gegangen und dort, also in Rom, erstmal acht Jahre kleben geblieben. Aus privaten Gr\u00fcnden kam ich dann 2006 wieder nach Deutschland, und wie es der Zufall wollte, landete ich wieder in G\u00f6ttingen.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>2. Die wohl meist gestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Und die wohl meistgegebene Antwort: Damit habe ich schon fr\u00fch angefangen. Erst waren es nur ein paar Kurzgeschichten, dann wurde das durch das Studium von der Freude am wissenschaftlichen Schreiben \u00fcberlagert. Ich habe nach der Promotion erstmal vier Stadtgeschichten geschrieben und ver\u00f6ffentlicht. Dann kam 2007 Wolfgang H\u00f6lker vom Coppenrath-Verlag auf mich zu und bot mir an, einen Jugendroman \u00fcber die Varusschlacht zu schreiben. Darauf folgten zwei weitere Jugendromane, aber ich wollte eigentlich B\u00fccher f\u00fcr Erwachsene schreiben. Ab 2014 habe ich dann an Pandolfo gearbeitet, der bis zu einem gewissen Grad mein Dissertationsthema in Romanform verarbeitet. Der wurde dann von Rowohlt verlegt, darauf folgte Mercuria und jetzt die Tankred-Reihe.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>3. Du wurdest mit der Buchreihe \u201cTankred\u201d f\u00fcr den Goldenen Homer 2024 nominiert. Das ist ein Preis f\u00fcr hervoragende Historische Literatur. Wie hast du dich gef\u00fchlt, als du von der Nominierung erfahren hast und nach dem du dann auch mit dem GOLDENEN Homer heimgegangen bist?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Na, wie wohl? Erstmal sehr geschmeichelt, dann sehr geehrt. Mein achtj\u00e4hriger Sohn war bei der Verleihung dabei, der hatte vorher die ganze Zeit behauptet, dass ich den Preis kriege. Ich war mir da nicht so sicher, vor allem, nachdem Bronze und Silber schon weg waren. Sie haben es an dem Abend aber auch sehr, sehr spannend gemacht. Als dann ganz zum Schluss mein Name fiel, war das wie eine warme Dusche. Vor allem die Laudatio hat mir gefallen, weil da als Begr\u00fcndung f\u00fcr die Auszeichnung nicht von Kampf und Spannung die Rede war, sondern von der schnodderigen Figurensprache und den absurden Szenen. Das war n\u00e4mlich genau das, was mich angetrieben hat: dieses Genre nicht so bierernst zu nehmen und es auch mal mehr oder weniger derb zu veralbern. Dass die Jury genau das \u00fcberzeugt hat, habe ich als Best\u00e4tigung gesehen. Ich war sehr gl\u00fccklich.<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>4. Wie lange hast du an dem Buch gearbeitet?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Ich habe die Reihe so etwa ein Dreivierteljahr mit Recherchen vorbereitet, weil die Epoche mir weniger vertraut war als die von Pandolfo und Mercuria. Im fr\u00fchen Mittelalter gibt es wenig Auswahl bei den schriftlichen Quellen, daf\u00fcr hat die Arch\u00e4ologie einen h\u00f6heren Stellenwert. Geschrieben habe ich die f\u00fcnf B\u00e4nde (einer kommt erst n\u00e4chstes Jahr) dann ziemlich schnell, also innerhalb von etwa zwei Jahren.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>5. Wenn du eine traurige, witzige oder spannende Szene schreibst, f\u00fchlst du dann mit?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Ja und nein. Bei traurigen f\u00fchle ich nat\u00fcrlich mit, bei den witzigen ist das mehr ein Hineindenken, um die Stimmung absurder Situationen oder Dialoge zu erfassen und dann mitzuprotokollieren, wie sich das entwickelt und was die Figuren so in den Raum hineinquaken. Bei spannenden Szenen bin ich emotional eigentlich nicht involviert, das ist reine Technik. Man selbst wei\u00df ja schon, wie es ausgeht.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>6. Welche Dinge verfolgst du mit Leidenschaft?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Wissen. Wie entstand das Universum, wie lief die Evolution ab, was ist Quantenphysik, wie laufen chemische Reaktionen ab, was f\u00fcr politische Systeme gibt es? Und dann vor allem Geschichte. Der Vergangenheit auf den Grund gehen und verstehen, wie das wirklich war, warum es so gekommen ist und nicht anders, und wie man sich fr\u00fcher die Welt vorstellte. Sch\u00f6ne Sprache. Gedichte und elegante Prosa. Alte Meister. Arch\u00e4ologische Ausgrabungen. Ich kann an keiner Grube vorbeigehen.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>7. Wer ist deine liebste historische Figur?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>El Greco, der Maler. Den habe ich in Mercuria eingebaut, eigentlich sollte er die Hauptfigur werden, aber Mercuria hat sich dann in den Vordergrund geschoben.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>8. Du hast bereits mehrere B\u00fccher geschrieben und ver\u00f6ffentlicht. Sind die B\u00fccher im gleichen Genre? Wie lauten die Buchtitel um mehr dar\u00fcber zu erfahren?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Wie gesagt, ich habe mit Stadtgeschichten angefangen, die waren jeweils so etwa 300 Seiten stark und sollten die Geschichte der jeweiligen Stadt f\u00fcr ein breites Publikum lesbar, aber nicht oberfl\u00e4chlich aufbereiten: zuerst Soest, dann M\u00fcnster, Aachen, Bremen und sp\u00e4ter G\u00f6ttingen. Dann kamen die drei Jugendromane Signum, Schattenspieler und Seitenwechsel bei Coppenrath, dann Pandolfo und Mercuria und schlie\u00dflich die Tankred-Reihe bei Rowohlt.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>9. Wei\u00dft du bereits vorher genau, was in deinen B\u00fcchern passiert? Oder arbeitest du dich an einen genauen Handlungsplan entlang oder brechen dir die Figuren schon mal aus und erfinden ihre ganz eigene Geschichte?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Ich mache vorher einen ziemlich detaillierten Plotplan, also wei\u00df ich schon, was passiert \u2013 nur dass es dann manchmal eben nicht passiert, weil genau das geschieht, was du in deiner Frage schon angesprochen hast: Die Figuren verselbstst\u00e4ndigen sich, weil ihre Charaktere sich entwickeln, oder die Handlung nimmt einen anderen Verlauf, weil einem mittendrin pl\u00f6tzlich andere Ideen kommen.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>10. Gibt es bereits neue Projekte, die in Arbeit sind und von denen du erz\u00e4hlen m\u00f6chtest bzw. darfst?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Ich sitze derzeit an einem Buch \u00fcber die Wiedert\u00e4uferzeit in M\u00fcnster, auch wenn Tankred noch nicht abgehakt ist. F\u00fcr mich ist das ganz gut, zumindest f\u00fcr eine Zeit aus dem fr\u00fchen Mittelalter rauszukommen, mir ist das 16. Jahrhundert vertrauter. Ich kenne diese Geschichte auch ganz gut, weil ich mich f\u00fcr die Stadtgeschichte \u00fcber M\u00fcnster mal ausgiebiger damit befasst habe. Der Reiz liegt jetzt eher darin, das jenseits der bekannten Klischees zu verarbeiten.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u273d\u2022*\u00a8*\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 Autoreninterview \u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022*\u00a8*\u2022\u273d 1. Wer ist Michael R\u00f6mling? Magst du dich mal vorstellen? 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