{"id":25343,"date":"2024-09-29T08:30:58","date_gmt":"2024-09-29T06:30:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=25343"},"modified":"2024-09-29T13:14:54","modified_gmt":"2024-09-29T11:14:54","slug":"interview-mit-erika-weigele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=25343","title":{"rendered":"Interview mit Erika Weigele"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>\u273d\u2022*\u00a8*\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 Autoreninterview \u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022*\u00a8*\u2022\u273d<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>1. Wer ist Erika Weigele? Magst du dich mal vorstellen? <\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/2023-Weigele_Erika-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-25394\" src=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/2023-Weigele_Erika-287x300.jpg\" alt=\"\" width=\"287\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/2023-Weigele_Erika-287x300.jpg 287w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/2023-Weigele_Erika-700x731.jpg 700w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/2023-Weigele_Erika-768x802.jpg 768w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/2023-Weigele_Erika-1472x1536.jpg 1472w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/2023-Weigele_Erika-1962x2048.jpg 1962w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/2023-Weigele_Erika-900x939.jpg 900w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/2023-Weigele_Erika-1280x1336.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 287px) 100vw, 287px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Ich bin Jahrgang 1965, habe Germanistik und Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Mittelalter studiert<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>und \u00fcber einen Liebesroman des 13. Jahrhunderts promoviert, der mich zu meinem Deb\u00fctroman<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>inspiriert hat. Nach mehreren Jahren als Redakteurin, Buchherstellerin und \u00dcbersetzerin in W\u00fcrzburg,<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>M\u00fcnchen und Belgien lebe ich heute im Westerwald. Im Brotberuf arbeite ich als Assistentin der<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung in einem chemischen Betrieb und bin Mutter einer wunderbaren Tochter, die<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Mediendesign studiert und mich bei der ganzen Social Media Technik tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt. Sie hat<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>zum Beispiel auch den Trailer f\u00fcr den \u201eBuchmaler\u201c geschnitten.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>2. Die wohl meist gestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Bilderb\u00fccher f\u00fcr die j\u00fcngere Schwester habe ich schon als Teenager geschrieben, dann Artikel f\u00fcr die<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Sch\u00fclerzeitung, Sketche f\u00fcr Studentenpartys. In den Berufsjahren als Redakteurin, Reisebloggerin und<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>\u00dcbersetzerin habe ich zwar st\u00e4ndig geschrieben, an die gro\u00dfe Form habe ich mich aber erst sehr sp\u00e4t<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>gewagt. Ich habe mir zum 50. Geburtstag selbst ein Fernstudium<\/strong><\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em><strong> geschenkt, dort entstand auch die Idee zum \u201eBuchmaler von Z\u00fcrich&#8221;.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>3. Du wurdest mit dem Buch \u201cDIE BUCHMALER VON Z\u00dcRICH\u201d f\u00fcr den Goldenen Homer 2024 nominiert. Das ist ein Preis f\u00fcr hervoragende Historische Literatur. Wie hast du dich gef\u00fchlt, als du von der Nominierung erfahren hast?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Sprachlos und sehr gl\u00fccklich. Mit dem Erstling gleich auf der Shortlist f\u00fcr einen Literaturpreis zu<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>landen, neben lauter renommierten Autoren, das war schon ein sehr erhebendes Gef\u00fchl.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>4. Wie lange hast du an dem Buch gearbeitet?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Sehr lange, wobei auch sehr viel Zeit der Recherche geschuldet war. Ich wohnte ja nicht mehr in<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>M\u00fcnchen, wo man die BSB mit all ihren Sch\u00e4tzen direkt vor der T\u00fcr hat, sondern musste mir viel<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Fachliteratur \u00fcber Fernleihe besorgen, das dauert eben. Zum Gl\u00fcck gibt es das Internet und flei\u00dfige<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Menschen, die ihre Forschungsergebnisse digitalisieren. Die allererste Idee zum Projekt entstand<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Ende 2015, im Februar 2022 war das Manuskript fertig. Wobei die Schreibzeit sehr ungleichm\u00e4\u00dfig<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>verteilt war, f\u00fcr die ersten 50 Seiten habe ich fast zwei Jahre gebraucht, die letzten 300 innerhalb von<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>sechs Monaten im Lockdown heruntergeschrieben.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>5. Wenn du eine traurige, witzige oder spannende Szene schreibst, f\u00fchlst du dann mit?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Immer. Vor allem bei traurigen Szenen flie\u00dft schon mal ein Tr\u00e4nchen.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>6. Welche Dinge verfolgst du mit Leidenschaft?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Lesen und recherchieren. In alten Urkunden Regesten kann ich mich schonmal verlieren, oft tauchen<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>dann Figuren oder Szenenideen vor meinem inneren Auge auf, die ich vorher gar nicht auf dem<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Schirm hatte. So bin ich zum Beispiel zu meinem Antagonisten Pater Otto gekommen, ich fand einen<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>gemeinsamen Brief des Z\u00fcrcher Klerus vom Fraum\u00fcnster und Grossm\u00fcnster an den Konstanzer<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Bischof, in dem sich \u00c4btissin und Propst bitterlich \u00fcber einen Franziskanerpater Otto beschweren, der<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>sie in seinen Predigten immer verunglimpfen w\u00fcrde \u2013 das hat mir so gut gefallen, dass ich es gleich<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>vereinnahmt habe.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>7. Wer ist deine liebste historische Figur?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Das kann ich so gar nicht beantworten, ich habe nicht die eine Lieblingsfigur. Sehr spannend finde ich<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Herrscher, die sich f\u00fcr den kulturellen Austausch eingesetzt haben und Bildung und Wissenschaften<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>gef\u00f6rdert wie zum Beispiel Karl den Gro\u00dfen oder den Staufer Kaiser Friedrich II.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>8. Hast du Rituale beim Schreiben? Wenn ja, welche?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Richtige Rituale habe ich nicht, aber um in Schreibfluss zu kommen, brauche ich den blinkenden<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Cursor auf einem wei\u00dfen Blatt Papier in meinem Schreibprogramm, Iiro Rantala im CD-Player und<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>eine gro\u00dfe Tasse Tee.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>9. Wei\u00dft du bereits vorher genau, was in deinen B\u00fcchern passiert? Oder arbeitest du dich an einen genauen Handlungsplan entlang oder brechen dir die Figuren schon mal aus und erfinden ihre ganz eigene Geschichte?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Ich habe ein grobes Handlungsger\u00fcst, an dem ich mich entlangarbeite und das es mir zum Beispiel<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>erm\u00f6glicht, auf L\u00fccke zu schreiben \u2013 wenn ich an einer Stelle h\u00e4nge, weil mir daf\u00fcr noch<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Recherchematerial oder Inspiration fehlt, schreibe ich an Szenen weiter, die in der Handlungsabfolge<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>erst sp\u00e4ter kommen w\u00fcrden und schlie\u00dfe die L\u00fccke sp\u00e4ter. Nebenhandlungen k\u00f6nnen aber durchaus<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>spontan w\u00e4hrend des Schreibens entstehen \u2013 meine Nebenfiguren Pierre und Bertille sind zum<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Beispiel ungeplant aufgetaucht, als mein Protagonist in Lyon eintraf, sie standen da einfach am Kai \u2013<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>ich fand sie nett und brauchbar und habe sie behalten.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>10. Gibt es bereits neue Projekte, die in Arbeit sind und von denen du erz\u00e4hlen m\u00f6chtest bzw. darfst?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Zurzeit arbeite ich an einer Fortsetzung des \u201eBuchmalers\u201c, die ungef\u00e4hr siebzehn Jahre sp\u00e4ter spielt<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>und an einem zeitgen\u00f6ssischen Kriminalroman.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u273d\u2022*\u00a8*\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 Autoreninterview \u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022*\u00a8*\u2022\u273d 1. Wer ist Erika Weigele? Magst du dich mal vorstellen? Ich bin Jahrgang 1965, habe Germanistik und Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Mittelalter studiert und \u00fcber einen Liebesroman des 13. 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