{"id":25341,"date":"2024-09-24T13:46:10","date_gmt":"2024-09-24T11:46:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=25341"},"modified":"2024-09-24T13:47:03","modified_gmt":"2024-09-24T11:47:03","slug":"interview-mit-jorn-precht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=25341","title":{"rendered":"Interview mit J\u00f8rn Precht"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>\u273d\u2022*\u00a8*\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 Autoreninterview \u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022*\u00a8*\u2022\u273d<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>1. Wer ist\u00a0<\/strong><\/em><em><strong>J\u00f8rn<\/strong><\/em><\/span> <span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Precht? Magst du dich mal vorstellen?<br \/>\n<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_25358\" style=\"width: 218px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Facetune_21-09-2024-18-18-21.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-25358\" class=\"size-medium wp-image-25358\" src=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Facetune_21-09-2024-18-18-21-208x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"208\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Facetune_21-09-2024-18-18-21-208x300.jpeg 208w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Facetune_21-09-2024-18-18-21-700x1010.jpeg 700w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Facetune_21-09-2024-18-18-21-768x1108.jpeg 768w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Facetune_21-09-2024-18-18-21-900x1298.jpeg 900w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Facetune_21-09-2024-18-18-21.jpeg 1028w\" sizes=\"auto, (max-width: 208px) 100vw, 208px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-25358\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Photocredit \u00a9 Dominik R\u00f6\u00dfler\/Penguin Random House GmbH<\/strong><\/em><\/span><\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Nach meinem Magisterabschluss in Germanistik und Anglistik habe ich das Aufbaustudium Drehbuch und Creative Producing an der Filmakademie Baden-W\u00fcrttemberg absolviert und dann als Drehbuchautor zahlreiche, teils preisgekr\u00f6nte TV- und Kinostoffe entwickelt. Seit 2012 bin ich Professor f\u00fcr Transmediales Storytelling an der Hochschule der Medien Stuttgart. 2016 begann ich meine Zusammenarbeit mit der Journalistin Eva-Maria Bast. Zun\u00e4chst erschienen die Sachb\u00fccher \u201eStuttgarter Geheimnisse\u201c und \u201eFlensburger Geheimnisse, und seit 2018 ver\u00f6ffentlichen wir als Autorenteam unter den offenen Pseudonymen Charlotte Jacobi und Romy Herold historische Romane, von denen sich mehrere in der Spiegel-Bestsellerliste platzieren konnten. 2017 erschien mein historischer Solo-Roman \u201eDas Geheimnis des Dr. Alzheimer\u201c, der mit dem bronzenen HOMER-Preis f\u00fcr den besten historischen Roman ausgezeichnet wurde.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>2. Die wohl meist gestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Das wurde bei mir schon in Kindertagen initiiert, und zwar durch die Kinderbuchserie Petzi, die im d\u00e4nischen Original &#8220;Rasmus Klump&#8221; hei\u00dft. Als ich im Alter von f\u00fcnf Jahren meinen Vater bei einem Ausflug an den Uracher Wasserfall fragte: \u201eWarum gibt es eigentlich keine Geschichte, in der Petzi seine Freunde Pelle und Pingo kennenlernt?\u201c, antwortete er: \u201eSchreib du sie doch.\u201c Ich glaube, er hat nicht geahnt, was er damit lostritt, mir aber dann irgendwann eine in der Zeitungsredaktion ausgemusterte Schreibmaschine mitgebracht. Als ich \u00fcber vier Jahrzehnte sp\u00e4ter durch den Praktikumsbericht einer Studentin erfuhr, dass ausgerechnet in Ludwigsburg eine 3D-Version meines Kindheitshelden Petzi f\u00fcr eine ZDF-Serie entstehen soll, war ich wie elektrisiert. Dann bei Studio SOI als Autor der Serie einsteigen zu d\u00fcrfen, war neben meiner Arbeit mit dem Hollywood-Regisseur Roger Spottiswoode meine bisher sch\u00f6nste berufliche Erfahrung. Zwischen Lego-Modellen und vielen Animatoren, die die Storys gleich vor Ort am Computer umgesetzt haben, Petzi-Geschichten zu suchen, war so ein bisschen Storyteller-Himmel. Aber auch sehr kniffelig \u2013 w\u00e4hrend es bei der Krimi-Serie Soko Stuttgart (mein erster Job beim ZDF) ja prim\u00e4r um routinierte Konstruktion von Blindspuren und Tatmotiven geht, muss man bei einer Preschool-Serie Konflikte finden, die auch im Kindergarten nachvollziehbar sind. Die viele Arbeit wurde dann aber mit Einschaltquoten bis zu 70 Prozent in der Zielgruppe belohnt.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>3. Du wurdest mit deinem zweiten Solo-Roman \u201cDIE HEILERIN VOM RHEIN\u201d wieder f\u00fcr den Goldenen Homer 2024 nominiert. Das ist ein Preis f\u00fcr hervoragende Historische Literatur. Wie hast du dich gef\u00fchlt, als du von der Nominierung erfahren hast?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong> Ich bin vor Freude ausgeflippt. Immerhin gab es \u00fcber 80 Einreichungen von Verlagen, es dann zum zweiten Mal auf die Shortlist der zehn Juryfavoriten zu schaffen, war eine gro\u00dfe Ehre.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>4. Wie lange hast du an dem Buch gearbeitet?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Mehr als ein Vierteljahrhundert, ehrlich gesagt. 1996 \u00fcbernachtete ich in der Wohngemeinschaft meines Bruders Lars in Hamburg. Ich durft e das Zimmer seines Mitbewohners \u00bb\u200aDJ Stachy\u200a\u00ab alias Rafael Stachowiak nutzen, der in jener Zeit verreist war. Als ich am CD-Spieler auf \u00bb\u200aPlay\u200a\u00ab dr\u00fcckte, kamen nicht wie erwartet moderne Tanzrhythmen aus den Boxen, sondern sph\u00e4rische Kl\u00e4nge, die an Gregorianik erinnerten, vorgetragen allerdings von hohen Frauenstimmen. Ich f\u00fchlte mich augenblicklich in eine andere Welt, eine andere Zeit versetzt. Von wem stammten diese ungew\u00f6hnlichen Kompositionen\u200a? Es stand im Booklet der CD &#8211; A Feather on the Breath of God: Diese Vokalmusik war im zw\u00f6lften Jahrhundert von der deutschen \u00c4btissin Hildegard von Bingen geschrieben worden. Im B\u00fcchlein befand sich auch eine Kurzbiografie der Komponistin, sowie natur &#8211; und heilkundigen Universalgelehrten Hildegard von Bingen &#8211; faszinierte mich auf Anhieb genauso wie ihre Musik. Wie konnte es sein, dass die auf regende Vita dieser Benediktinerin noch nicht Stoff eines gro\u00dfen Filmes geworden war\u200a? Bei den Versuchen einer Ver\u00f6ffentlichung meiner Version ihrer Geschichte hatte ich jedoch zwei R\u00fcckschl\u00e4ge zu verkraften. Kurz vor Vertragsabschluss mit einem Schweizer Belletristik- und Sachbuchverlag im Jahr 1998, dem neunhundertsten Jubil\u00e4um der Geburt Hildegards, waren mir viele Autorinnen und Autoren mit einer wahren B\u00fccherflut zuvorgekommen. Angesichts dessen zog sich der Verlag vor der Unterzeichnung zur\u00fcck. \u00c4hnlich ging es mir einige Jahre sp\u00e4ter beim Versuch, eine Drehbuchversion \u00bb\u200ameiner\u200a\u00ab Hildegard zu platzieren. Nach ersten Gespr\u00e4chen mit Sat.1 \u00fcber ein m\u00f6gliches Event Movie f\u00fcrs Fernsehen kam die Nachricht, dass die Regisseurin Margarethe von Trotta einen Hildegard-Kinofilm nach eigenem Buch drehen w\u00fcrde. Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Film und nach vielen Buchver\u00f6ffentlichungen bat mich mein Hausverlag \u200aPiper um einen m\u00f6glichen Beitrag zur Reihe \u00bb\u200aBedeutende Frauen, die die Welt ver\u00e4ndern\u200a\u00ab. Da fiel mir Hildegard wieder ein. Inzwischen gab es neue Forschungsergebnisse \u00fcber die ber\u00fchmte \u00c4btissin, au\u00dferdem hatten sich meinerseits nat\u00fcrlich Weltsicht und Erz\u00e4hlstil ge\u00e4ndert \u2013 deshalb erstellte ich 2022 eine komplett neue Version des Romans.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>5. Wenn du eine traurige, witzige oder spannende Szene schreibst, f\u00fchlst du dann mit?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"moz-quote-pre\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Ja, in der Tat lache oder weine ich oft beim Schreiben. Und manchmal will ich vor Spannung gar nicht mehr aufh\u00f6ren zu tippen. Ich denke, das ist grunds\u00e4tzlich ein gutes Zeichen.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>6. Welche Dinge verfolgst du mit Leidenschaft?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"moz-quote-pre\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Im Buchbereich verfolge ich mittels H\u00f6rb\u00fcchern auf Autofahrten die Werke meiner Lieblingsautorenkolleg:innen. Au\u00dferdem schaue ich gern historische Serien wie &#8220;The Durrells at Corfu&#8221; und &#8220;Downton Abbey&#8221;. Ich folge nat\u00fcrlich auch den Karrieren meiner Lieblingsbands und -interpreten wie ABBA, Dead Can Dance, Cocteau Twins, Slowdive und Kim Wilde. Au\u00dferdem schwimme ich gern, dabei kommen mir oft gute Ideen und hilfreiche L\u00f6sungen f\u00fcr den Plot. Au\u00dferdem unterrichte ich leidenschaftlich gern an meiner Hochschule der Medien in Stuttgart.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>7. Wer ist deine liebste historische Figur?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"moz-quote-pre\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Im Moment weiterhin Hildegard von Bingen. Ich bin aber auch fasziniert von allen, die in der Vergangenheit und Gegenwart gegen Faschismus gek\u00e4mpft haben oder noch k\u00e4mpfen.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>8. Du hast bereits mehrere B\u00fccher geschrieben und ver\u00f6ffentlicht. Gibt es noch Romanideen f\u00fcr andere Genre?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"moz-quote-pre\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Ja, ich denke seit l\u00e4ngerem an einem Musical und einer Krimiserie herum.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>9. Wei\u00dft du bereits vorher genau, was in deinen B\u00fcchern passiert? Oder arbeitest du dich an einen genauen Handlungsplan entlang oder brechen dir die Figuren schon mal aus und erfinden ihre ganz eigene Geschichte?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Zu Beginn jage ich jeden Charakter, auch die Nebenfiguren und Antagonisten, f\u00fcr den ersten Handlungsentwurf durch die Struktur von acht Sequenzen in drei Akten. Aber tats\u00e4chlich entwickeln die Charaktere dann oft ein Eigenleben und greifen &#8211; auch ausgel\u00f6st durch den historischen Kontext &#8211; selbst in den Handlungsablauf ein.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>10. Gibt es bereits neue Projekte, die in Arbeit sind und von denen du erz\u00e4hlen m\u00f6chtest bzw. darfst?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Ende Februar erscheint unter unserem Pseudonym Romy Herold ein Roman \u00fcber Clara Ritter, die Erfinderin des Schokoladequadrats. Solo arbeite ich wieder an einer mittelalterlichen Romanbiografie, die dann Ende Mai bei Piper erscheinen soll, den Titel darf ich aber erst ab 7.10. vorstellen.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u273d\u2022*\u00a8*\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 Autoreninterview \u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022*\u00a8*\u2022\u273d 1. Wer ist\u00a0J\u00f8rn Precht? Magst du dich mal vorstellen? Nach meinem Magisterabschluss in Germanistik und Anglistik habe ich das Aufbaustudium Drehbuch und Creative Producing an der Filmakademie Baden-W\u00fcrttemberg absolviert und dann als Drehbuchautor zahlreiche, teils preisgekr\u00f6nte TV- &hellip; <a href=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=25341\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-25341","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lesebuch"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25341","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25341"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25341\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25360,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25341\/revisions\/25360"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25341"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25341"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25341"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}