{"id":23211,"date":"2023-09-05T00:28:27","date_gmt":"2023-09-04T22:28:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=23211"},"modified":"2023-09-08T08:54:55","modified_gmt":"2023-09-08T06:54:55","slug":"autoreninterview-erinnerungen-mit-ulf-schiewe-von-bloggerinnen-fuer-homer-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=23211","title":{"rendered":"Autoreninterview &#038; Erinnerungen mit Ulf Schiewe von BloggerInnen f\u00fcr HOMER 2023"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/354265302_1468798310591744_7335856949256122999_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-22531\" src=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/354265302_1468798310591744_7335856949256122999_n-300x251.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"251\" srcset=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/354265302_1468798310591744_7335856949256122999_n-300x251.jpg 300w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/354265302_1468798310591744_7335856949256122999_n.jpg 470w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em><strong>Heute bin ich an der Reihe einen HOMER Autor zu interviewen. Leider ist mein nomminierter Autor Ulf Schiewe im M\u00e4rz 2023 verstorben. Er wurde f\u00fcr den historischen Roman \u201cDer eiserne Herzog\u201d f\u00fcr den Goldenen Homer nomminiert. Im Zuge der Homer Historische Literatur 2023 Nominierungen, durfte ich also sein letztes Buch lesen. Irgendwie habe ich im vergangenen Jahr, nach der Preisverleihung, alle nomminierten AutorInnen noch um ein Interview gebeten. Darunter war auch das Interview mit Ulf Schiewe zu stande gekommen. Ich werde also noch einige Fragen daraus entnehmen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><span id=\"fbPhotoSnowliftCaption\" class=\"fbPhotosPhotoCaption\" tabindex=\"0\" data-ft=\"{\"><span class=\"hasCaption\"><em><strong><a href=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/FB_IMG_1689329245992.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-22710\" src=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/FB_IMG_1689329245992-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/FB_IMG_1689329245992-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/FB_IMG_1689329245992-700x700.jpg 700w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/FB_IMG_1689329245992-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/FB_IMG_1689329245992-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/FB_IMG_1689329245992-88x88.jpg 88w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/FB_IMG_1689329245992-900x900.jpg 900w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/FB_IMG_1689329245992.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/strong><\/em><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong><span id=\"fbPhotoSnowliftCaption\" class=\"fbPhotosPhotoCaption\" tabindex=\"0\" data-ft=\"{\"><span class=\"hasCaption\">\u273d\u2022*\u00a8*\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 Interview 2022 \u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022*\u00a8*\u2022\u273d<\/span><\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><em><strong>Die wohl meist gestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><em><strong>Eigentlich hatte ich mit Literatur \u00fcberhaupt nichts zu tun, au\u00dfer, dass ich immer viel gelesen habe. Ich stamme beruflich aus der IT-Welt, speziell Software Vertrieb- und Marketing. Aber Ende 50 hatte ich die verr\u00fcckte Idee, einen Roman zu schreiben. Nach einem etwas ungl\u00fccklichen Start musste ich einsehen, dass man besser zuerst das Handwerk lernen und beherrschen sollte. Damit und mit der Recherche und Planung meines ersten Romans habe ich dann ein Jahr verbracht und anschlie\u00dfend losgelegt. So ist in vier Jahren neben meinem Beruf \u201cDer Bastard von Tolosa\u201d entstanden, mit dem ich das Gl\u00fcck hatte, sofort einen Agenten und einen Verlag zu finden.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><em><strong>Ich stellte ihm zu dem im Jahr davor schon nomminierten Buch f\u00fcr den HOMER die Frage: Wie man sich f\u00fchlt f\u00fcr seine Leistungen nomminert zu werden?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><em><strong>Nat\u00fcrlich habe ich mich gefreut. Es ist ja eine Wertsch\u00e4tzung, egal ob man den Preis gewinnt. Im Jahr davor habe ich f\u00fcr \u201cDie Kinder von Nebra\u201d tats\u00e4chlich den Goldenen Homer gewonnen und im Jahr 2014 sowohl den silbernen wie auch den bronzenen Homer. Es ist sch\u00f6n, einen solchen Preis zu gewinnen, aber man sollte es auch nicht \u00fcberbewerten.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><em><strong>Erz\u00e4hl uns doch ein wenig aus Deinem Schreiballtag. Wie sieht ein typischer Schreibtag bei dir aus? Hast Du bestimmte Rituale?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><em><strong>Man muss bei der Stange bleiben und jeden Tag schreiben. Mal mehr, mal weniger aber immer regelm\u00e4\u00dfig. Sonst wird das nichts. Ich arbeite sechs Tage die Woche, nur sontags nicht. Das musste ich meiner Frau versprechen. Sonntags ist Pause.<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #800000;\"><em><strong>Wie l\u00e4uft mein Tag ab? Ich mache morgens Fr\u00fchst\u00fcck. Das nehmen wir gemeinsam im Bett ein, unterhalten uns und lesen die Zeitung. Zwischen 9 und 10 setze ich mich an den Computer und fange an. Zuerst \u00fcberarbeite und erg\u00e4nze ich, was ich tags zuvor geschrieben habe. Ich schreibe nicht weiter, bis ich nicht vollst\u00e4ndig damit zufrieden bin. Das nimmt mich mindestens bis mittags in Anspruch. Dann schreibe ich weiter an neuem Text. Meistens so bis 4 oder 5 Uhr. Dann gehen wir eine Runde am See spazieren und anschlie\u00dfend koche ich unser Abendessen. Das ist so mein Tagesablauf.<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #800000;\"><em><strong>Manche Autoren schreiben relativ schnell eine Rohfassung, die sie dann sp\u00e4ter \u00fcberarbeiten, ver\u00e4ndern, eventuell neu schreiben. Das funktioniert bei mir nicht. Ich \u00fcberarbeite sehr sorgf\u00e4ltig schon bei der ersten und einzigen Fassung. Setzt nat\u00fcrlich auch einen guten Plotplan voraus. Auch daf\u00fcr nehme ich mir Zeit, bevor ich mit dem Schreiben anfange. All das hat den Vorteil, dass ich im Grunde fertig bin, wenn ich das letzte Wort getippt habe. Ich gehe dann nur noch fl\u00fcchtig durch und mache kleinere Wortverbesserungen.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><em><strong>Du hast bereits mehrere B\u00fccher geschrieben und ver\u00f6ffentlicht. G<\/strong><\/em><em><strong>ibt es noch Romanideen f\u00fcr andere Genre, z.B. Sachbuch oder \u2026?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><em><strong>Ja, inzwischen sind es 16 Romane geworden. Ein Sachbuch zu schreiben habe ich nicht vor. Ab und zu lieb\u00e4ugele ich mit der Idee, einen spannenden Thriller zu schreiben, aber ich bin nun mal als Autor von historischen Abenteuern bekannt, also ist es wohl besser, dabei zu bleiben.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><em><strong>Hast Du Vorbilder im Schreibbereich \u2013 Lieblingsautoren oder Romane, die Du selbst gern geschrieben h\u00e4ttest?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><em><strong>Ich habe Lieblingsautoren wie jeder Leser, aber Vorbilder w\u00fcrde ich sie nicht nennen. Im Gegenteil. Nat\u00fcrlich gibt es eine gewisse Art von Roman, die mir besonders gef\u00e4llt. Unbewusst baue ich Romane wahrscheinlich \u00e4hnlich auf. Aber einen bestimmten Autor als Vorbild zu nehmen, dagegen wehre ich mich. Ich will mir meinen eigenen Stil, meine eigene Autorenstimme bewahren und vielleicht erweitern, aber niemanden nachahmen. Das w\u00fcrde nur unecht wirken.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong><span id=\"fbPhotoSnowliftCaption\" class=\"fbPhotosPhotoCaption\" tabindex=\"0\" data-ft=\"{\"><span class=\"hasCaption\">\u273d\u2022*\u00a8*\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 <\/span><\/span>Nachruf <span id=\"fbPhotoSnowliftCaption\" class=\"fbPhotosPhotoCaption\" tabindex=\"0\" data-ft=\"{\"><span class=\"hasCaption\">\u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022*\u00a8*\u2022\u273d<\/span><\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/image_stack_img-30.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-20781\" src=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/image_stack_img-30-265x300.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/image_stack_img-30-265x300.jpg 265w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/image_stack_img-30.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em><strong>Ulf Schiewe (1947-2023)<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Nun habe ich mir bei seinen Kindern, die Mithilfe erbeten, etwas \u00fcber Ulf Schiewe als Vater zu erfahren: <\/strong><\/em><span class=\"x4k7w5x x1h91t0o x1h9r5lt x1jfb8zj xv2umb2 x1beo9mf xaigb6o x12ejxvf x3igimt xarpa2k xedcshv x1lytzrv x1t2pt76 x7ja8zs x1qrby5j\"><em><strong>Wie war er zu Dir\/Euch als Vater und was habt ihr an ihm wertgesch\u00e4tzt? Was nimmst Du\/Ihr mit auf Deinem\/Eurem Lebensweg? Wie bist Du oder seid Ihr damit umgegangen, wenn er seiner Autorenarbeit nach gegangen ist? Habt ihr seine B\u00fccher auch gelesen? <\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<em><strong>Aber auch bei den AutorenInnen \u2013 und VereinskollegenInnen, oder bei einigen VerlagsmitarbeiterInnen habe ich um die Mithilfe erbeten: Wie, wo und wann Sie Ulf Schiewe kennen gelernt hatten und wie die Zusammenarbeit ausgesehen haben k\u00f6nnte oder was Sie an Ihm gesch\u00e4tzt hatten? <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Schaut und lest selbst, was ich in Erfahrung bringen konnte:<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong><span style=\"color: #800000;\">Christina Schiewe (Tochter):<\/span><br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Papa war ein Freigeist und Autodidakt \u2013 alles was ihn interessierte, brachte er sich selbst bei.<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Ein Wesenszug, der meinen Vater aber besonders auszeichnete, war sein unaufh\u00f6rlicher Wissensdurst und seine kindliche Neugierde f\u00fcr alle m\u00f6glichen Themen. T\u00e4glich las er mehrere Tages-Zeitungen aus dem In- und Ausland oder las verschiedenste B\u00fccher f\u00fcr seine Recherchen. Er beherrschte mehrere Sprachen flie\u00dfend, und hatte eine beeindruckende Allgemein-Bildung. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>S\u00e4tze, die er immer wieder sagte und mich, als seine mittlere Tochter, bis heute im Leben begleiten, lauten: <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>I am Ok. You are Ok. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>\u00fcbernehme f\u00fcr dein Leben alles Gute aus allen Kulturen. Von allen kannst du etwas lernen.<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Du kannst das. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Strukturiere deine Gedanken. Alles was du wissen musst, steht in B\u00fcchern. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Talent allein reicht nicht. Mit Fleiss kommt man weiter. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Wer schwierige Phasen schon in der Schule \u00fcberwindet, der ist sp\u00e4ter im Leben erfolgreich. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Folge deinen Tr\u00e4umen und Interessen. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>In unserer Kindheit lebten unsere Eltern die klassische Rollenverteilung. Mein Vater verdiente das Geld, unsere Mutter sorgte f\u00fcr die Kinder zu Hause. Beide waren mit dieser Rollenverteilung zufrieden. Damals noch als Softwaremanager t\u00e4tig, war unser Vater beruflich viel in den USA und Europa unterwegs. Er hatte deshalb nicht viel Zeit f\u00fcr uns. An den Wochenenden aber, nahm er sich immer wieder die Zeit, um mit uns Kindern wandern zu gehen oder pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che zu f\u00fchren oder uns aus seinen Lieblings B\u00fcchern vorzulesen. Er teilte gerne sein Wissen mit uns \u00fcber Geschichte, Politik und Wissenschaft. Wir Kinder lernten st\u00e4ndig von ihm. Wenn er uns Gedichte vorlas, r\u00fchrte ihn die Sch\u00f6nheit der Sprache manchmal zu Tr\u00e4nen. Das ergriff mich immer wieder, wo er doch im Alltag eher strategisch, zielgerichtet und rational wirkte.<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Papa war kein strenger Vater, er hatte auch keine strengen Moralvorstellungen. Im Gegenteil. Wir hatten viele Freiheiten, solange die Leistungen in der Schule s<\/strong><\/em><span class=\"\"><em><strong>timmten. Es war ihm wichtig einen offenen und respektvollen Umgang mit uns zu pflegen und jedes Kind gleich zu behandeln. <\/strong><\/em><\/span><span class=\"\"><em><strong>Als Kind und junger Erwachsener hatte er von seinen Eltern sehr wenig Unterst\u00fctzung f\u00fcr seine kreativen Interessen erfahren, was ihn lange traurig werden lie\u00df, wenn er an sie dachte.<\/strong><\/em><\/span><span class=\"\"><em><strong> Daher <\/strong><\/em><\/span><span class=\"\"><em><strong>war es ihm wichtig, dass wir Kinder unsere Tr\u00e4ume verfolgen und uns durch nichts unterkriegen lassen. Auch legte er gro\u00dfen Wert darauf, dass wir selbstst\u00e4ndig auf eigenen Beinen stehen. Er machte uns immer wieder klar, dass wir f\u00fcr unser Leben selbst verantwortlich seien. Uns nachts von der Disco zu holen oder Umzugskartons zu schleppen, war nicht seine Sache \u2013 aber Texte zu \u00fcberarbeiten und Gespr\u00e4che zu f\u00fchren, das machte ihm Spa\u00df.<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<em><strong>Sein Talent und die Liebe zur Malerei, lebte er aus, indem er immer wieder unsere Mutter auf Leinwand malte. Die Nachbar-Kinder riefen einmal \u201cbei den Schiewe\u2019s h\u00e4ngen nackte Frauen an der Wand\u201d. Mir war es bis dahin gar nicht richtig aufgefallen. Aber so war es!<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Mama war seine Muse. Er mochte es, wenn sie \u00fcber Literatur, K\u00fcnstler und Philosophen sprach. Sie inspirierte ihn immer wieder mit ihren witzigen Gedanken und Einf\u00e4llen. Sie brauchten nur sich zwei.<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Und dann gab es noch die Musik bei uns. Vor allem Bossa Nova und Jazz. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Papa spielte auf seiner Gitarre. Auch wir Kinder f\u00fchrten regelm\u00e4\u00dfig Musik-St\u00fccke vor. Ich mit meinem Saxophon, meine \u00e4ltere Schwester auf der Gitarre und und mein j\u00fcngerer Bruder am Klavier. Unsere Eltern tanzten auch immer wieder zu Tom Jobim und Stan Getz im Wohnzimmer. Wir hatten unseren Spass ihnen dabei zuzusehen. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Im Sommer verbrachten wir den Gro\u00dfteil unserer Wochenenden und Sommerferien wir auf unserem Segelboot in Holland, das Papa damals kaufte. Er interessierte sich nicht f\u00fcr H\u00e4user und Sicherheit. Er bevorzugte klar das Abenteuer. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Bei Wind und Wetter segelten wir nonstop von Holland nach Frankreich. An der rauen Nordsee konnte es oft kalt und regnerisch sein. Stolz sagte er dann: \u201eWir sind doch keine Sch\u00f6nwettersegler\u201c. Bei unseren Touren \u00fcbten wir regelm\u00e4\u00dfig Segelman\u00f6ver, wie \u201cMann \u00fcber Bord\u201c, ich steuerte gern das Ruder und hielt den Kurs, w\u00e4hrend mein Vater die Route berechnete. Meine Mutter kochte wacker mittags unter Deck, egal wie sehr das Boot auch schaukelte. Mein Bruder war noch recht klein und schaukelte den halben Tag in einer Babyschaukel mit den Wellen auf und ab. Manchmal hatte ich Angst vor diesen riesigen Wellen, die sich vor uns auftaten und dabei noch gr\u00f6\u00dfere Schluchten nach sich zogen, und wie sich das Boot in den Wind neigte, so dass wir uns mit dem ganzen Gewicht dagegen stemmen mussten. Meine \u00e4ltere Schwester und mein Vater liebten es. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Tag und Nacht blieben wir auf hoher See ohne Land zu sehen und erlebten dabei die sch\u00f6nsten Sonnenauf- und unterg\u00e4nge.<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Wie stolz wir waren, als wir nach einer 4 Tages-Etappe mit salzverkrusteten Haaren endlich im Hafen ankamen \u2013 Das waren f\u00fcr uns die gr\u00f6\u00dften Abenteuer! <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Die Erfahrung h\u00e4rtete uns ab und schweisste uns zugleich als Familie zusammen. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Ich werde nie vergessen, wie Papa uns im Sommer bei Sonnenuntergang bei Frankreich weckte, um uns die Delphine zu zeigen, die um das Boot herum schwammen. Oder wie er ohne jegliches Taucherequipment unter Wasser tauchte, um eine riesige Plastikplane, die sich an der Schiffsschraube verfangen hatte, mit einem Messer weg zu schneiden. Es war eine gl\u00fcckliche, unbeschwerte Kindheit, voller aufregender Erlebnisse. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>In seinen 50ern hatte Papa dann eine handfeste innere Krise. Er konnte sich mit seinem Job nicht mehr identifizieren. Und auch zu Hause mussten meine Eltern einige l\u00e4ngere Turbulenzen \u00fcberstehen. Schlie\u00dflich fasste Papa seinen Mut zusammen, h\u00e4ngte seinen Job an den Nagel und folgte endlich seiner k\u00fcnstlerischen Berufung und wurde Schriftsteller. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Mit seinem ersten Buch, an dem er parallel zum Job einige Jahre arbeitete, gelang es ihm auf Anhieb einen Agenten und kurz darauf einen Verleger zu finden. Von da an, h\u00f6rte er nicht mehr auf zu schreiben. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Wir waren sehr stolz auf ihn. \u00dcberhaupt haben wir an ihm immer wieder bewundert, wie konsequent und leidenschaftlich er alles anging. 16 B\u00fccher schrieb er und es h\u00e4tten noch viele viele mehr werden k\u00f6nnen. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Ulf war ein Mann, der nie stehen blieb, der sich immer weiter entwickelte und nach Verbesserung strebte. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>F\u00fcr uns war Papa ein Held. F\u00fcr dieses Andenken und dieses Beispiel sind wir ihm f\u00fcr immer dankbar.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><span class=\"x4k7w5x x1h91t0o x1h9r5lt x1jfb8zj xv2umb2 x1beo9mf xaigb6o x12ejxvf x3igimt xarpa2k xedcshv x1lytzrv x1t2pt76 x7ja8zs x1qrby5j\" style=\"color: #800000;\"><em><strong>Christina Auerswald \u2013 Vorstand von HOMER Historische Literatur e.V.:<br \/>\n<span class=\"x4k7w5x x1h91t0o x1h9r5lt x1jfb8zj xv2umb2 x1beo9mf xaigb6o x12ejxvf x3igimt xarpa2k xedcshv x1lytzrv x1t2pt76 x7ja8zs x1qrby5j\" style=\"color: #000000;\">Ich habe Ulf letztes Jahr auf der Lesung in Ingolstadt pers\u00f6nlich kennen lernen d\u00fcrfen. Ich habe mich mit ihm dar\u00fcber unterhalten, welches sein Lieblingsbuch ist, und er sagte, es sei nicht das erfolgreichste, sondern das, bei dem ihm die Recherche den meisten Spa\u00df gemacht hat. Der Attent\u00e4ter. Das habe ich mir daraufhin gekauft.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><em><strong>Sabine Wei\u00df \u2013 Autorin, Journalistin und HOMER-Vereinsmtglied:<br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">\u201c<span class=\"x4k7w5x x1h91t0o x1h9r5lt x1jfb8zj xv2umb2 x1beo9mf xaigb6o x12ejxvf x3igimt xarpa2k xedcshv x1lytzrv x1t2pt76 x7ja8zs x1qrby5j\">Ulf Schiewe war nicht nur ein akribischer Rechercheur, und toller Autor, sondern auch ein begeisterter Erz\u00e4hler, was es zu einem Vergn\u00fcgen machte, mit ihm zu reden und ihm zuzuh\u00f6ren.\u201d<\/span><\/span><br \/>\n<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><strong><i><span style=\"color: #800000;\">Natalja Schmid \u2013 Verlagsleiterin bei Knaur Belletristik:<\/span><br \/>\n<\/i><\/strong><strong><i>\u201cAn die Zusammenarbeit mit Ulf Schiewe erinnern wir uns im Lektorat sehr gerne zur\u00fcck: seine sympathische und zug\u00e4ngliche Art bleibt unvergessen. Mit \u201cDer Bastard von Tolosa\u201d erschien 2009 bei Droemer Knaur sein erster Roman, der sich durch eine unglaublich fesselnde Sprache und gro\u00dfe Bildgewalt ausgezeichnet hat. Diesen Roman nehmen die KollegenInnen aus dem Bereich Historischer Roman heute noch gerne als Referenztitel her. Es folgte eine Reihe weiterer, sehr gut recherchierter und vor allem spannender Abenteuerromane. Seine Ideen hatten immer Hand und Fu\u00df, zugleich war Ulf Schiewe offen f\u00fcr Vorschl\u00e4ge seitens des Lektorats. Diese \u00fcberaus kooperative Zusammenarbeit haben wir an ihm sehr gesch\u00e4tzt.\u201d<\/i><\/strong><\/p>\n<p><em><strong><span style=\"color: #800000;\">Dr. Stefanie Heinen \u2013 Lektorin bei L\u00fcbbe:<\/span><br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>\u201cUlf Schiewe war ein warmherziger, wertsch\u00e4tzender und ideenreicher Mensch, der mit Herz und Seele Historische Romane schrieb. Er war begeistert, wenn er w\u00e4hrend seiner Recherche auf eine besondere Begebenheit gesto\u00dfen war, und hat uns mit dieser Begeisterung immer wieder angesteckt. Er hat sich immer sehr genau mit den Menschen in der Geschichte besch\u00e4ftigt und es dadurch geschafft, den Figuren in seinen Romanen Lebendigkeit und Authentizit\u00e4t zu verleihen.<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Die Zusammenarbeit mit Ulf Schiewe war sehr partnerschaftlich, respekt- und vertrauensvoll. Das fing bei der Ideensammlung in den Expos\u00e9s an, ging w\u00e4hrend der Arbeit am Manuskript weiter und endete auch nicht bei der Abstimmung von Covergestaltung und Klappentexten.<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Besonders gesch\u00e4tzt habe ich Ulf Schiewes nicht nachlassende Neugier, sein Interesse f\u00fcr Historisches, sein Wissen, seinen Sp\u00fcrsinn f\u00fcr neue Themen \u2013 und seine Offenheit, sich auch auf Vorschl\u00e4ge aus dem Verlag einzulassen. Er war warmherzig und wertsch\u00e4tzend und gleichzeitig absolut professionell. Wenn er ein neues Manuskript \u2013 immer p\u00fcnktlich! \u2013 abgegeben hat, war es wirklich fertig: der Plot durchdacht, der Text lebendig im typischen \u201eSchiewe-Sound\u201c geschrieben und so gut wie fehlerfrei. Und wenn hier und da etwas doch noch nicht hundertprozentig passte, war er offen und dankbar f\u00fcr \u00c4nderungsvorschl\u00e4ge. Mehr kann sich eine Lektorin fast nicht w\u00fcnschen.\u201d<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong><span style=\"color: #800000;\">Alexandra Richter \u2013 Bloggerin (Homer-Bloggerin):<\/span><br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Ich durfte Ulf Schiewe im vergangenem Jahr noch pers\u00f6nlich auf der Preiserleihung in Ingolstadt treffen und etwas kennen lernen. Er nahm meine Blogarbeit sehr ernst und schrieb in mein B\u00fcchlein: Tolle Blogtour und bleib uns treu. Seine Worte habe ich nun f\u00fcr mein Dasein auf ewig und ich halte auch unser kleines Gespr\u00e4ch in Erinnerung. Er ist ein aufgeweckter Zuh\u00f6rer gewesen, wollte von mir wissen wieso und seit wann ich blogge. Ich bekam von ihm dann den eisernen Herzog zugeschickt und heute bereue ich es, das ich mir Zeit lie\u00df reinzulesen. Ich h\u00e4tte ihm so gern erz\u00e4hlt, wie ich seinen Historischen ROMAN verschlungen habe.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><span class=\"x193iq5w xeuugli x13faqbe x1vvkbs x1xmvt09 x1lliihq x1s928wv xhkezso x1gmr53x x1cpjm7i x1fgarty x1943h6x xudqn12 x3x7a5m x6prxxf xvq8zen xo1l8bm xzsf02u x1yc453h\" dir=\"auto\"><em><strong>Besuchen k\u00f6nnt ihr den Autor hier im Internet:<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ulfschiewe.de\/\"><span style=\"color: #800000;\"><em><strong>http:\/\/www.ulfschiewe.de<\/strong><\/em><\/span><\/a><span id=\"fbPhotoSnowliftCaption\" class=\"fbPhotosPhotoCaption\" tabindex=\"0\" data-ft=\"{\"><\/span><\/p>\n<p><em><strong>Interview mit Rene Anour \u2013 <a href=\"https:\/\/lesenswertesausdembuecherhaus.blogspot.com\/2023\/07\/das-buecherhaus-im-gesprach-mit-rene.html\"><span style=\"color: #800000;\">Das B\u00fccherhaus<\/span><\/a><\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Interview mit Alex Beer \u2013<span style=\"color: #800000;\"><a style=\"color: #800000;\" href=\"https:\/\/kunterbuntebuecherreisen.wordpress.com\/2023\/07\/31\/interview-mit-alex-beer-blogger-fur-homer-2023\/\"> Kunterbunte B\u00fccherreisen<\/a><\/span><\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Interview mit Eva Gr\u00fcbl \u2013 <span style=\"color: #800000;\"><a style=\"color: #800000;\" href=\"https:\/\/nichtohnebuch.blogspot.com\/2023\/08\/blogger-fur-homer-interview-mit-eva.html\">NichtohneBuch<\/a><\/span><\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Interview mit Heidrun Hurst \u2013 <span style=\"color: #800000;\"><a style=\"color: #800000;\" href=\"https:\/\/buchmomente.blogspot.com\/2023\/08\/homer-interview-mit-heidrun-hurst.html?fbclid=IwAR3QkPGRsWy6H7ZLmtx1E9FlwuOzXx8MzBANgOIq8x__coFRq7BzOKvk4UE\">Buchmomente<\/a><\/span><\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Interview mit Hendrik Lambertus \u2013 <a href=\"https:\/\/carmensbuecherkabinett.de\/2023\/08\/16\/interview-mit-hendrik-lambertus\/\"><span style=\"color: #800000;\">Carmens B\u00fccherkabinett<\/span> <\/a><\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Interview mit Silke Elzner \u2013 <a href=\"https:\/\/litterae-artesque.blogspot.com\/2023\/08\/silke-elzner-und-die-fehde-interview.html?fbclid=IwAR3U5dtFetpxmceiu-0e1GF9Lrs7EuqRYo9tS7fRGdTy9NEfJCYMQC8ZLrQ\"><span style=\"color: #800000;\">Litterae Artesque<\/span><\/a><\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Interview mit Claudius Cr\u00f6nert \u2013<a href=\"https:\/\/nichtohnebuch.blogspot.com\/2023\/08\/buchautor-claudius-cronert-im-interview.html\"><span style=\"color: #800000;\"> NichtohneBuch<\/span><\/a><\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Interview mit Ana Pawlik \u2013 <a href=\"https:\/\/svanvithe.blogspot.com\/2023\/08\/blogger-fur-homer-2023-interview-mit.html?fbclid=IwAR1DIddej8Z-kIPgabBZndVyDVoUwW3ynEI8X5naOhrO9SqhjUAGAy6ZYnM\"><span style=\"color: #800000;\">Svanvithe<\/span><\/a><\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute bin ich an der Reihe einen HOMER Autor zu interviewen. Leider ist mein nomminierter Autor Ulf Schiewe im M\u00e4rz 2023 verstorben. Er wurde f\u00fcr den historischen Roman \u201cDer eiserne Herzog\u201d f\u00fcr den Goldenen Homer nomminiert. Im Zuge der Homer &hellip; <a href=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=23211\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-23211","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lesebuch"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23211","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23211"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23211\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23269,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23211\/revisions\/23269"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23211"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23211"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.richteronweb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23211"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}