{"id":15187,"date":"2020-10-10T19:05:01","date_gmt":"2020-10-10T17:05:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=15187"},"modified":"2020-10-10T19:05:01","modified_gmt":"2020-10-10T17:05:01","slug":"interview-mit-jeanine-krock-kiri-johansson","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=15187","title":{"rendered":"Interview mit Jeanine Krock\/Kiri Johansson"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>\u273d\u2022\u00a8\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 Autoreninterview \u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022\u00a8\u2022\u273d<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>1. Wer ist Jeanine Krock\/Kiri Johansson? Magst du dich mal vorstellen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"235\" height=\"320\" src=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Jeanine_Kiri.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15189\" srcset=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Jeanine_Kiri.jpeg 235w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Jeanine_Kiri-220x300.jpeg 220w\" sizes=\"auto, (max-width: 235px) 100vw, 235px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><em>Gute Geschichten, Island und seine Pferde haben mich schon in meiner Kindheit begeistert. Sp\u00e4ter habe ich in London Kost\u00fcmgeschichte studiert und Wohnungen geputzt. Ich halte mich f\u00fcr eine talentierte Handwerkerin und liebe die Farben des Nordens. In meinem ersten Leben war ich unter anderem in Frankreich, Griechenland sowie Gro\u00dfbritannien als Model-Bookerin und Costumi\u00e8re t\u00e4tig. Ich bin etwa zwanzig Mal umgezogen. Inzwischen lebe ich als freie Schriftstellerin und Teilzeit-Muse in Norddeutschland. Zu meinem Vergn\u00fcgen sitze ich gern am Meer (am liebsten mit Hund und Islandpferd, das klappt aber leider fast nie) gehe ins Museum, lese herzzerrei\u00dfende B\u00fccher oder tanze bei Sonnenauf- oder nach Sonnenuntergang in meinem Garten.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>2. Die wohl meistgestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Durch Zufall. Nach einem schweren Reitunfall im letzten Jahrtausend (Wie das klingt!) konnte ich nahezu alles, was ich vorher so gern getan hatte, nicht mehr tun. Lesen ging gl\u00fccklicherweise schon, aber ohne Online-Buchhandlungen war die Beschaffung von neuem Stoff ziemlich schwierig f\u00fcr mich. Also nahm ich das Schreiben wieder auf und erz\u00e4hlte mir einfach meine eigenen Geschichten. So mache ich es im Prinzip auch heute noch.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>3. Warum benutzt du auch ein Pseudonym? Liegt es vielleicht am Genre?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Anfangs war es der Wunsch des Verlags. Dort nahm man an, ein Genrewechsel lie\u00dfe sich so leichter bewerkstelligen und es hat eine Weile gedauert, bis ich meine Lektorin \u00fcberreden konnte, dieses Pseudonym zu \u00f6ffnen. Nicht, weil jeder wissen sollte, dass ich sie geschrieben habe, aber es macht einfach mehr Spa\u00df, mit den Leser:innen \u00fcber eigene B\u00fccher zu sprechen. Mit dem Namen Kiri Johansson verbinden mich zwei Dinge: Kiri Te Kanawa ist eine wunderbare australische S\u00e4ngerin, deren Stimme mich durch schwierige Zeiten begleitet hat und irgendwas mit Johanna \/ Johan haben alle meine engeren Familienmitglieder im Namen. Eigentlich h\u00e4tte ich mich dann nat\u00fcrlich Johansd\u00f2ttir oder Johannasd\u00f3ttir nennen m\u00fcssen, aber es ging eher um einen nordisch klingenden als um einen isl\u00e4ndischen Namen.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>4. Hast du Rituale beim Schreiben? Wenn ja, welche?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Ruhe, Schreibtisch, Tee. Gern habe ich dabei noch meinen Hund Anton auf den F\u00fc\u00dfen liegen. Das w\u00e4ren jedenfalls die Idealbedingungen. Aber in Wirklichkeit setzte ich mich an den Schreibtisch und schreibe oft, bis Anton mich \u00fcberredet, eine Pause einzulegen.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>5. Wenn du eine traurige, witzige oder spannende Szene schreibst, f\u00fchlst du dann mit?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Unbedingt! Sonst k\u00f6nnte ich sie nicht schreiben. Sobald ich meine Figuren besser kennengelernt habe, lebe, liebe und leide ich mit ihnen. Ein bisschen peinlich ist es nat\u00fcrlich, wenn man beim \u00dcberarbeiten \u00fcber seine eigenen Witze lacht, aber f\u00fcr meine Mitbewohnerinnen weniger anstrengend als die Zeiten, in denen ich niedergeschlagen in die K\u00fcche trotte, weil meiner Lieblingsfigur gerade etwas Schreckliches passiert ist.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>6. Was machst du hinterher, wenn das Buch beendet und ver\u00f6ffentlicht ist? St\u00fcrzt du dich gleich in den n\u00e4chsten Schreibmarathon?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Im Grunde bin ich immer mit mehreren B\u00fcchern besch\u00e4ftigt und es sind nicht mal immer nur meine eigenen. Ein Buch entsteht in mehreren Phasen, die sich h\u00e4ufig \u00fcberschneiden. Zwischen der Abgabe beim Verlag bis zum Erscheinen liegen meist etwa sechs Monate, in denen ich den Text gemeinsam mit meiner Lektorin \u00fcberarbeite, aber auch neue Geschichten vorbereite, recherchiere und meine Social Media-Arbeit plane oder betreibe. Selbst ver\u00f6ffentlichte Titel (SP) haben einen anderen Zeitplan, da geht es schon mal schneller. Gemeinsam ist aber beiden Publikationsarten, dass die eigentliche Schreibzeit den geringeren Anteil an einer Buchproduktion ausmacht.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Nachdem mich vor einigen Jahren ein Burn-out aus der Bahn geworfen hat, achte ich darauf, immer wieder Phasen der Erholung einzulegen, also das zu tun, was Martin Walser den \u00bbkreativen M\u00fc\u00dfiggang\u00ab nennt.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>7. Was ist bis jetzt der sch\u00f6nste Moment in deiner bisherigen Zeit als Autorin gewesen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Es gibt eine ganze Reihe von Highlights, an die ich mich gern erinnere, aber besonders ber\u00fchrend sind Briefe oder Mails von Leser:innen, die mir schreiben, eine meiner Geschichten habe sie durch schwere Lebensphasen begleitet und dabei Trost gespendet. In diesem Jahr schrieb mir ein Leser auf Isl\u00e4ndisch, weil er annahm, ich sei geb\u00fcrtige Isl\u00e4nderin. Das hat mich nat\u00fcrlich au\u00dferordentlich gefreut, zeigt es doch, dass es mir in den Augen eines Kenners gelungen ist, den Zauber dieses wundersch\u00f6ne Landes einzufangen und zu vermitteln. Nat\u00fcrlich ist es auch in Island nicht nur friedlich und sch\u00f6n, aber die Schattenseiten, die es ja \u00fcberall gibt, stehen nicht im Mittelpunkt meiner Geschichten.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>8. Warum schreibst du verschiedene Genre-Richtungen? Was hat dich zu diesem Schritt inspiriert?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Ich liebe die Abwechslung und habe gro\u00dfe Freude daran, Neues auszuprobieren. Das war schon immer so, man kann es schon an meiner Biografie erkennen, die nicht mal vollst\u00e4ndig ist. Deshalb habe ich mich auch mit Kolleginnen zusammengetan, um Autor:innen bei ihrem Start ins Buchbusiness zu coachen. Das macht mir ebenso gro\u00dfen Spa\u00df, wie mir mein Garten Freude bereitet.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>9. Hast du als Kind auch gerne gelesen und wenn ja, an welche B\u00fccher kannst du dich erinnern?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Aber ja! Ich war ganz verr\u00fcckt nach Geschichten und bald reichte es mir nicht mehr aus, nur am Abend vor dem Schlafengehen vorgelesen zu bekommen. Deshalb habe ich meine Nachbarinnen beschwatzt, mir von fr\u00fcher zu erz\u00e4hlen, mich quer durch die B\u00fcchersammlung meiner Eltern gelesen (und vieles davon sicher nicht verstanden) und hatte schon fr\u00fch einen Bibliotheksausweis. So viele B\u00fccher konnte meine Familie mir ja gar nicht kaufen \u2026<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Ich kann gar nicht z\u00e4hlen, wie oft ich mit der kleinen Hexe, dem Wassermann oder dem kleinen Gespenst mitgefiebert habe, um dann gleich im Anschluss nach Bullerb\u00fc zu reisen. Hans Christian Andersens M\u00e4rchen haben mich sehr beeindruckt, aber Meyers Lexikon auch. Hei\u00dfgeliebte Islandpferde von Ursula Bruns hat mich lange Zeit begleitet.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>10. Und nun noch eine Frage zum Thema Weihnachten: Wie verbringst du die Feiertage? Dekorierst du dein Zuhause weihnachtlich?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Mit gro\u00dfer Begeisterung und wir fangen Ende Oktober zu Samhain, dem keltischen Jahresfest, damit an. St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck ziehen immer mehr Lichter und Dekoration, vieles davon selbst gemacht, bei uns ein. Engel aus Kaminholzscheiten oder aus Baumscheiben ges\u00e4gte Sterne beispielsweise sind jedes Jahr dabei. Der Baum aber wechselt. Mal als gro\u00dfes Drapeaux mit aufgedrucktem Baum, im n\u00e4chsten Jahr eine Fichte auf der Terrasse, die sowieso gef\u00e4llt werden musste und diesmal vielleicht wieder der Baum aus Eisen, in den sich so wunderbar gl\u00e4nzende Kugeln und kleine Feenlichter dekorieren lassen. Ansonsten sind diese Feiertage bei uns eine fr\u00f6hliche Zeit. Wir kochen zusammen, lesen uns Geschichten vor und lassen das Jahr ruhig ausklingen.<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u273d\u2022\u00a8\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 Autoreninterview \u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022\u00a8\u2022\u273d 1. Wer ist Jeanine Krock\/Kiri Johansson? Magst du dich mal vorstellen? Gute Geschichten, Island und seine Pferde haben mich schon in meiner Kindheit begeistert. Sp\u00e4ter habe ich in London Kost\u00fcmgeschichte studiert und Wohnungen geputzt. 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