{"id":12726,"date":"2019-05-07T11:15:52","date_gmt":"2019-05-07T09:15:52","guid":{"rendered":"http:\/\/richteronweb.de\/?p=12726"},"modified":"2025-10-20T18:26:55","modified_gmt":"2025-10-20T16:26:55","slug":"interview-mit-may-b-aweley","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=12726","title":{"rendered":"Interview mit May B. Aweley"},"content":{"rendered":"\r\n<p><em><strong>\u273d\u2022*\u00a8*\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 Autoreninterview \u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022*\u00a8*\u2022\u273d<\/strong><\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em><strong>1. Wer ist May B. Aweley<\/strong><\/em><strong><em>? Magst du dich mal vorstellen?<\/em><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12903\" src=\"http:\/\/richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/50919536_2288423764501452_3916248607530942464_n-700x702.jpg\" alt=\"\" width=\"286\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/50919536_2288423764501452_3916248607530942464_n-700x702.jpg 700w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/50919536_2288423764501452_3916248607530942464_n-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/50919536_2288423764501452_3916248607530942464_n-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/50919536_2288423764501452_3916248607530942464_n-768x770.jpg 768w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/50919536_2288423764501452_3916248607530942464_n-88x88.jpg 88w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/50919536_2288423764501452_3916248607530942464_n-900x902.jpg 900w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/50919536_2288423764501452_3916248607530942464_n.jpg 930w\" sizes=\"auto, (max-width: 286px) 100vw, 286px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em><strong>May ist eine blutr\u00fcnstige Rothaarige mit schr\u00e4ger Mordlust- Fantasie, die sie gern auslebt. #May lacht# Nein, nicht wirklich. Das hei\u00dft, rothaarig bin ich tats\u00e4chlich. Und mein Hobby ist vielleicht ebenfalls seltsam. Ich glaube, es gibt wenig Morde im Realleben, die ich nicht schon gesehen oder geh\u00f6rt habe, sofern sie irgendwie als Reportage verfilmt wurden. Ich mag Verbrechen und ebenfalls die m\u00fchsame Jagd nach dem M\u00f6rder hinterher. Es fasziniert mich, in die K\u00f6pfe einzutauchen \u2013 mal wie ein Verbrecher zu denken, mal wieder auf der \u00bbguten\u00ab Seite zu stehen. Im normalen Leben bin ich eine gelegentlich Kekse\/Kuchen backende Mutter, eine gelegentlich \u00bbnicht verpeilte\u00ab Ehefrau, Tochter, Nichte und Katzenmama. Bei besonders traurigen Filmen, brauche ich Taschent\u00fccher, doch wenn gemordet wird, leuchten meine Augen wieder. <\/strong><\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em><strong>2. Die wohl meistgestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen? Und warum schreibst du mit einem Pseudonym?<\/strong><\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em><strong>Zum Schreiben bin ich \u2026 ja wie eigentlich? Lesen war schon immer meins. Als ich in die Schule kam, konnte ich bereits flie\u00dfend lesen; anders als meine Mitsch\u00fcler. Und ich wurde zum absoluten B\u00fccherwurm, wenn ich nicht gerade eine kleine R\u00e4ubertochter war. Etwa mit 12 Jahren schrieb ich erste Gedichte. Dann kam der Schnitt; meine Eltern beschlossen, nach Berlin auszuwandern. Mit etwa 14 Jahren lernte ich m\u00fchsam meine zweite Muttersprache, in der ich heute B\u00fccher schreibe. Aber es dauerte noch lange, bis ich wirklich das erste Buch schrieb. Mein allererstes war eine Diplomarbeit, die ich gar nicht so schwer fand. Danach bekam ich recht schnell zwei Kinder hintereinander und die Chance, eine Mutter-Kind-Kur zu machen. Als Ergebnis meiner Abende mit den M\u00fcttern entstanden viele n\u00e4chtliche Notizen zum Thema: Wessen Schwiegermutter ihrer Schwiegertochter das Leben mehr zur H\u00f6lle macht? Zu Hause angekommen, f\u00fcgte ich meine Notizen zu einem Buch zusammen. Seitdem habe ich nicht aufgeh\u00f6rt zu schreiben. Nur das Thema wechselte von Roman zu Thriller. Ich bin mit der Wahl in Harmonie. <\/strong><\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em><strong>Warum Pseudonym? Einerseits um meine Familie zu sch\u00fctzen. Mein Name ist einfach sehr selten. Ich wollte nicht, dass meine Kinder seltsam angesprochen werden, oder M\u00fctter gar Angst haben, uns Kinder f\u00fcr gemeinsames Spiel in Obhut zu geben. Oder dass eines Tages ein seltsamer Leser an meine T\u00fcr klopft. Eine andere Erkl\u00e4rung ist vielleicht weniger pers\u00f6nlich. Da meine B\u00fccher bisher in New York spielen, brauchte ich einen amerikanischen Namen, dass es mir jemand abnimmt, was ich so schreibe. Wir haben im Kopf ein kleines Zentrum f\u00fcr Harmonie. Wenn etwas unstimmig erscheint wie, dass die B\u00fccher einer deutschen Autorin in Amerika spielen, dann st\u00f6rt uns das oft unterbewusst. Mit dem Pseudonym wollte ich es verhindern. Und May ist mein absoluter Lieblingsname.<\/strong><\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em><strong>3. Hast du Rituale beim Schreiben? Wenn ja, welche?<\/strong><\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong><em>Mein Ritual ist: Ruhe. Und ein Becher Kaffee neben der Tastatur. Mehr nicht.<\/em><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em><strong>4. Was machst du hinterher, wenn das Buch beendet und ver\u00f6ffentlicht ist? Wie l\u00e4uft das bei Selfpublishing ab?<\/strong><\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong><em>Wenn das Buch ver\u00f6ffentlicht wird, wird es \u00fcberall beworben. Schlie\u00dflich sollen alle erfahren, dass es ein Buch von mir gibt. Das bedeutet, ich bewege mich viel in der Social Media. Manchmal gibt es Verlosungen etc. Alles, was hilft, mich bekannt zu machen.<\/em><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong><em>5. Du hast auch schon mehrere B\u00fccher geschrieben? Erz\u00e4hle uns bitte etwas davon\u2026 Und warum ausgerechnet das Genre &#8220;Thriller&#8221;?<\/em><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em><strong>Das erste Buch \u00bbPuppenbraut\u00ab entstand, als mein Gro\u00dfer etwa 2 km in der ersten Klasse zur Schule gehen sollte. Der Weg f\u00fchrte an einem entlegenen Park vorbei. Es dauerte etwas, dass ich mich daran gew\u00f6hnen konnte. W\u00e4hrend ich mein Kind mit einem L\u00e4cheln im Gesicht laufen lie\u00df, bibberte ich innerlich. Also stellte ich mich meinen \u00c4ngsten. Und anstatt sie an mein Kind weiterzugeben, donnerte ich sie in die Tastatur. So entstand der erste Thriller, in dem es um die Entf\u00fchrung eines Kindes durch einen P\u00e4dophilen geht. Das zweite Buch war leichter. Im ersten kam laut der Meinung meines Mannes mein FBI-Team zu kurz dran, also \u00bblud\u00ab ich es im zweiten (\u00bbExistenzlos\u00ab) dazu. Dabei lernte ich mein Ermittlerteam so gut kennen, dass die B\u00fccher: \u00bbDer Angstheiler\u00ab, \u00bbLauf, Sophie\u00ab, sowie \u00bbErl\u00f6se uns\u00ab entstanden. Mein derzeit letztes publiziertes Buch mit dem Namen \u00bbErinnerung aus Glas\u00ab war ein Experiment f\u00fcr diejenigen Leser, die an der Ermittlungsarbeit weniger interessiert sind. Darin geht es um eine Illusion der Liebe und wie immer um Serient\u00e4ter. Das neueste Projekt, das ich gerade noch endkorrigiere, ist wieder ein Experimentalbuch, das in Berlin spielt. Es ist ein Zugest\u00e4ndnis an einen lieben Menschen, seine Geschichte zu erz\u00e4hlen; nur dass ich statt einem Drama \u2013 ein Thriller gebastelt hatte. Aber langsam vermisse ich mein FBI-Team<\/strong><\/em><strong>.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong><em>6. Wenn Du eine traurige, witzige oder spannende Szene schreibst, f\u00fchlst du dann mit?<\/em><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong><em>Und wie! Am schlimmsten kann es sein, wenn ich in den Kopf eines T\u00e4ters hineinspringe und seinen Gedanken folge. Sie sind manchmal so verr\u00fcckt und b\u00f6se, dass ich Zeit zum Erholen brauche, wenn ich ein Kapitel geschrieben habe. Wenn meine Ermittler oder meine Protagonisten Erfolge haben, fiebere ich nat\u00fcrlich mit. Und runzle die Stirn, wenn sie sich in Gefahr begeben. Das Schreiben kann eine emotionale Achterbahn sein \u2026<\/em><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em><strong>7. Was ist bis jetzt der Sch\u00f6nste Moment in deiner bisherigen Zeit als Autorin gewesen?<\/strong><\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong><em>Mal abgesehen von einer Ver\u00f6ffentlichung ist das sch\u00f6nste Moment, wenn ich meine Leser treffe (auf Messen) bzw. wenn sie mir schreiben, dass ich ihnen mit meinem Buch tolle Zeit geschenkt habe. Daf\u00fcr die ganze M\u00fche, die ein Buch mit sich bringt! Es macht mich gl\u00fccklich.<\/em><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em><strong>8. Hast du schon Neue Ideen f\u00fcr ein weiteres Buch? Wenn ja, m\u00f6chtest du uns etwas dar\u00fcber berichten? <\/strong><\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong><em>\u00bbKeine Ideen\u00ab, was soll das f\u00fcr ein Zustand sein? In meinem Kopf schlummern tausende Ideen, die nur Zeit brauchen. Ich hoffe, sie finden alle zu Papier, bevor ich meine Augen f\u00fcr immer schlie\u00dfen muss. Soviel will ich verraten\u2026 Nach zwei langen B\u00fcchern ohne mein FBI-Team habe ich Sehnsucht entwickelt. Ich m\u00f6chte sie wiedersehen. Das sollte im n\u00e4chsten Projekt passieren. <\/em><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em><strong>9. <em><strong>Wie wichtig sind dir die Rezensionen der Leser? Kannst du auch mit Kritik umgehen? Immer wieder ein hei\u00dfes Thema?<\/strong><\/em><\/strong><\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong><em>Die Rezensionen der Leser (wohlgemerkt nicht die der Kollegen, die sich als Leser tarnen) sind mir sehr wichtig. Die sauge ich auf, denn ich will gern wissen, was der Leser vermisst, was ihm gut gefallen hat. Manche der \u00bbVorschl\u00e4ge\u00ab landen direkt im n\u00e4chsten Projekt, daher sind sie f\u00fcr mich essentiell. Jedem Autor ist es klar, dass er den Geschmack aller Leser nicht treffen wird. Was jemand ganz toll fand, findet der n\u00e4chste langweilig. Das ist okay so! Aus negativen Beurteilungen kann man sehr viel lernen, sofern sie ehrlich gemeint sind. Der Umgang damit muss von jedem Schreibling erst gelernt sein. Wer schreibt, offenbart viel von sich selbst, ist daher zun\u00e4chst nicht immun gegen Kritik. Mit den Jahren lernt jeder Schreibling, mehr oder minder erfolgreich gelassen zu sein.<\/em><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em><strong>10. Etwas aus der Vergangenheit: Wenn du an die Schule zur\u00fcckdenkst, was war da dein liebstes und welches dein verhasstestes Fach \u2013 und wieso? <\/strong><\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong><em>Mein allerliebstes Fach war schon immer Mathematik, das ich jahrelang dann auch gelehrt habe. Warum? Weil Mathematik so wundersch\u00f6n logisch ist. Was kaum einer so wahrnimmt \u2013 ohne Mathematik, g\u00e4be es keine Kunst, keine Musik, keine Verst\u00e4ndigung. Es ist das Fach, das unser Leben am meisten pr\u00e4gt und Grundlage f\u00fcr alle Wissenschaften stellt. Ich sehe selbst Sprachen oft mathematisch. Manche sind es sehr &#8211; wie die slawischen. Manche weniger \u2013 wie Englisch. Es ist f\u00fcr mich eine gef\u00fchlte Sprache \u2013 voller Idiome. Sie folgt den Regeln nicht so streng, wie es andere tun. Also war mein Lieblingsfach ein Fundament f\u00fcr all das, was wir f\u00fcr uns im Laufe der menschlichen Entwicklung erarbeitet haben. So richtige Hassf\u00e4cher hatte ich nicht. Jedes Fach kann etwas Faszinierendes beinhalten. Obwohl ich ein Mathematik-Physik-Sch\u00fcler war, konnte ich mich nicht weniger f\u00fcr Erdkunde begeistern. Vielleicht mochte ich am wenigsten aber Musik, obwohl mich Musik jeden Tag begleitet. Ohne Klassik gibt es bei mir keine Zahnbehandlung oder Sonstiges. Musik ist Balsam f\u00fcr die Seele. Und ohne Musik gibt es keine Balance. Aber Musik ist f\u00fcr mich etwas, das einen durchdringt und etwas mit einem macht. Etwas, was dich zugleich entsetzen und dich in Euphorie versetzen kann. Da war es mir unwichtig, wer das Werk komponiert hatte oder ob ich die Noten lesen kann. Was es mit mir gemacht hat, war mir wichtig. Leider schlechte Voraussetzung f\u00fcr ein Schulfach.<\/em><\/strong><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u273d\u2022*\u00a8*\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 Autoreninterview \u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022*\u00a8*\u2022\u273d 1. Wer ist May B. Aweley? 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