{"id":11624,"date":"2018-07-10T08:00:43","date_gmt":"2018-07-10T06:00:43","guid":{"rendered":"http:\/\/richteronweb.de\/?p=11624"},"modified":"2025-10-20T18:11:24","modified_gmt":"2025-10-20T16:11:24","slug":"interview-mit-christiane-koerdel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=11624","title":{"rendered":"Interview mit Christiane K\u00f6rdel"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong><span id=\"fbPhotoSnowliftCaption\" class=\"fbPhotosPhotoCaption\" tabindex=\"0\" data-ft=\"{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}\"><span class=\"hasCaption\">\u273d\u2022*\u00a8*\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 Autoreninterview \u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022*\u00a8*\u2022\u273d<br \/>\n<\/span><\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong><i>1. Wer ist<\/i> <\/strong><em><strong>Christiane K\u00f6rdel<\/strong><strong>? Magst du dich mal vorstellen?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Seekoller-gedrucktes-Buch-ist-da-B-Quadrat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-11649 size-medium\" src=\"http:\/\/richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Seekoller-gedrucktes-Buch-ist-da-B-Quadrat-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Seekoller-gedrucktes-Buch-ist-da-B-Quadrat-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Seekoller-gedrucktes-Buch-ist-da-B-Quadrat-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Seekoller-gedrucktes-Buch-ist-da-B-Quadrat-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Seekoller-gedrucktes-Buch-ist-da-B-Quadrat-700x700.jpg 700w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Seekoller-gedrucktes-Buch-ist-da-B-Quadrat-88x88.jpg 88w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Seekoller-gedrucktes-Buch-ist-da-B-Quadrat-900x900.jpg 900w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Seekoller-gedrucktes-Buch-ist-da-B-Quadrat-1280x1280.jpg 1280w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Seekoller-gedrucktes-Buch-ist-da-B-Quadrat.jpg 1444w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Ich bin Schriftstellerin. Oh, wie \u00fcberraschend, wird man da denken. Aber f\u00fcr mich ist das tat<\/em><\/strong><strong><em>s\u00e4chlich immer noch eine gro\u00dfe Sache, es zu sagen, niederzuschreiben und vor allem, es zu <\/em><\/strong><strong><em>sein. \u00dcber 25 Jahre war ich Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin in einem Softwareunternehmen. Darauf war ich <\/em><\/strong><strong><em>recht stolz, weil wir Bemerkenswertes geleistet haben, auch sozial und \u00f6kologisch. Aber jetzt <\/em><\/strong><strong><em>bin ich Autorin. Schriftstellerin. Wie das schon klingt! Das ist so wunderbar. Als w\u00e4re ich jetzt <\/em><\/strong><strong><em>endlich die Person, die ich bestimmt war, zu sein, die Person, die ich immer werden wollte, und <\/em><\/strong><strong><em>von der ich nichts ahnte. Mein Leben 2.0. <\/em><\/strong><strong><em>Aber fange ich von vorne an: Ich bin in Konstanz am Bodensee geboren, aufgewachsen und <\/em><\/strong><strong><em>geblieben, will hei\u00dfen, ich bin da immer noch, seit \u00fcber 50 Jahren schon, und wohne <\/em><\/strong><strong><em>zusammen mit dem besten Schriftstellerinnengef\u00e4hrten aller Zeiten und Hund nahe am See.<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Ich habe es nett in jeder Hinsicht. Aber selbst von solch einer Traumkulisse muss man \u00f6fter <\/em><\/strong><strong><em>weg, weil geboren, aufgewachsen, geblieben &#8230; trotz der hinrei\u00dfenden Sch\u00f6nheit unserer Land<\/em><\/strong><strong><em>schaft kann ich gelegentlich gut nachvollziehen, was ein Seekoller ist. <\/em><\/strong><strong><em>Ich genie\u00dfe es sehr, dass ich frei bin, dass ich schreiben kann, wo und wann und wor\u00fcber ich <\/em><\/strong><strong><em>m\u00f6chte. Meine Mission: Leser untertauchen und erfrischt wieder auftauchen lassen. Und die<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><strong><em>nehme ich ernst. Das sollte man auch. Wer auf Mission ist, muss alles daran setzen, dass sie <\/em><\/strong><strong><em>gelingt. Ich erreiche das mit dem Genre Krimikom\u00f6die, Tatort Konstanz am Bodensee und <\/em><\/strong><strong><em>anderswo, wo es sch\u00f6n ist. Ich mixe Mord, Spannung, Wortwitz, Absurdes und Romantik zu <\/em><\/strong><strong><em>einem Krimi, der sich nicht immer wie ein Krimi anf\u00fchlt, weil er locker und humorvoll daher <\/em><\/strong><strong><em>kommt. Mein drittes Gute-Laune-Buch \u201eSeekoller\u201c habe ich gerade im Juni 2018 ver\u00f6ffentlicht.<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>2. <\/strong><\/em><em><strong>Die wohl meistgestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen? Oder seit wann schreibst du?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>In meinem Leben 1.0 als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin im Bereich Marketing, Vertrieb, Personal und Finanzen habe ich immer viel und gerne geschrieben. Nat\u00fcrlich keine Fiktion, sondern Handfestes, von der Korrespondenz \u00fcber Prospekte und Konzepte bis hin zu Vertr\u00e4gen. Das klingt trocken, verglichen mit einer Krimikom\u00f6die ist es das auch, es hat sich aber nie so angef\u00fchlt. Mein erstes Buch \u201eSeezeichen 13\u201c hatte ich schon vor vielen Jahren angefangen, ohne dass es einen Titel gehabt h\u00e4tte, ohne dass ich es als Buch betrachtet h\u00e4tte, was ich da aufschrieb. Es glich mehr einer l\u00e4ngeren Aktennotiz. Seinen Anfang nahm alles auf der Seestra\u00dfe in Konstanz. Dort standen eines Morgens tats\u00e4chlich ein Paar Damenschuhe. Es waren keine High Heels wie in meinem Buch, es klebte auch kein Blut daran, aber da standen ein Paar halbhohe schwarze Damensandaletten, mutterseelenallein. Und als ich sie so stehen sah, fing es in mir an zu arbeiten. Warum stehen die da? Was ist mit der Dame passiert? Wie ist deren Abend oder Nacht verlaufen? Das hat mich damals so besch\u00e4ftigt, dass ich es, kaum wieder zu Hause, niederschrieb. Diese Seiten verschwanden als besagte Aktennotiz in den Tiefen meines PCs<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>und wurden erst Jahre sp\u00e4ter wieder ausgegraben. Herauskam mein erstes Buch \u201eSeezeichen 13\u201c, das ich Anfang 2016 ver\u00f6ffentlichte, es folgte \u201eSeeblick kostet extra\u201c im Juni 2017 und \u201eSeekoller\u201c im Juni 2018. Im Zentrum von allen drei Folgen der Reihe steht Ines Fox, eine eigenwillige Jungunternehmerin, die sich durch ihre Neugier mitten rein bringt in Kriminalf\u00e4lle und<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Schwierigkeiten. Im Moment ist noch nicht abzusehen, wann sie damit aufh\u00f6ren wird.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>3. Wie ist denn die Protagonistin Ines Fox entstanden?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Einfach so beim Schreiben, wie bei mir fast alles einfach so beim Schreiben entsteht. Ich bin ein Discovery Writer, d. h. bis auf wenige Fixpunkte schreibe ich tats\u00e4chlich so ziemlich drauflos und entdecke. Was meine Protagonistin Ines Fox angeht, habe ich ihr ein paar Aspekte von mir mitgegeben, was sich zwangsl\u00e4ufig ergibt, wenn man als Icherz\u00e4hler auftritt. Der weitaus gr\u00f6\u00dfere Teil ist allerdings frei erfunden. Etwas offtopic, aber vielleicht trotzdem interessant: Mein zweiter Vorname lautet Ines. Ich habe nicht wirklich etwas f\u00fcr meine Vornamen \u00fcbrig, schon gar nicht pflegte ich eine Beziehung zu meinem zweiten Vornamen. Als ich \u00fcberlegte, wie meine Protagonistin hei\u00dfen k\u00f6nnte, habe ich die Entscheidung erst mal vertagt und einen Arbeitsnamen, einen Platzhalter eingesetzt. Ines. Dann w\u00e4re das Teil in seinem Leben wenigstens einmal f\u00fcr etwas gut gewesen, als Platzhalter f\u00fcr einen echten Namen, dachte ich. Diesen echten Namen wollte ich mir in aller Ruhe ausgucken. Mir schwebte vor, er sollte wohlklingend sein, auf A enden, viel Weiblichkeit mitschwingen lassen und weder zu h\u00e4ufig noch zu selten vorkommen. Aber wie das mit Provisorien ist, man gew\u00f6hnt sich schneller daran, als einem lieb ist. Irgendwann fand ich den Namen Ines im Kontext des Buches okay, dann hat der Name sich mit Leben gef\u00fcllt und schlie\u00dflich weigerte er sich, zu gehen. Und irgendwie passt das auch alles zur Figur Ines.<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Es passt, dass sich schon ihr Name so widerspenstig zeigte.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>4. Wenn Du eine traurige, witzige oder spannende Szene schreibst, f\u00fchlst du dann mit?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Ja na klar! Ich lache, ich weine, ich kichere albern herum, ich bin gespannt und aufgeregt, wie es weitergeht. Was ich vorher nie gedacht h\u00e4tte: Es ist viel spannender einen Krimi zu schreiben, als einen zu lesen, was auch daran liegen muss, dass ich oft auf der H\u00e4lfte des Buches noch nicht wei\u00df, wer der M\u00f6rder ist und warum. Echten Krimiautoren, die wasserdicht plotten,<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>stehen jetzt bestimmt die Haare zu Berge. Daf\u00fcr muss ich im Nachhinein einiges richten, was beim ersten Wurf nicht getroffen hat, wo Dinge nicht zusammenpassten.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>5. Warum schreibst du ausgerechnet im Krimi Genre? Was fasziniert dich daran?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Die Inspiration des ersten Buches kam &#8211; wie oben beschrieben &#8211; durch ein Paar Schuhe auf der Seestra\u00dfe. Die Gedankeng\u00e4nge, die dieser Moment bei mir angeworfen hat, gingen instinktiv in Richtung Krimi. Was, wenn diese Schuhe mit einem Verbrechen zusammenhingen? Ich lese und schaue gerne Krimis, am liebsten, wenn sie mit Humor daherkommen. Insofern habe ich<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>das Genre gew\u00e4hlt, das ich selbst mag. Obwohl ich zu Anfang noch recht unbefleckt in Sachen Schreibwissen war, so habe ich zumindest das recht schnell erfahren: Schreibe, was du selbst gerne liest.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>6. Was machst du hinterher, wenn das Buch beendet und ver\u00f6ffentlicht ist? St\u00fcrzt du dich gleich in den n\u00e4chsten Schreibmarathon?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Die Tage um die Ver\u00f6ffentlichung sind eine wunderbare Zeit, einerseits. Andererseits ist es auch eine furchtbare Zeit, denn es gibt den Projektende-Blues. Ich falle in eine Loch, eine gewisse Leere macht sich breit. Da bin ich nicht allein, das ist ein allgemein bekanntes Ph\u00e4nomen. Trotzdem hat es mich auch dieses Mal wieder mit voller Wucht getroffen, gleichsam hinterr\u00fccks.<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Da hat man die letzten Wochen und Monate ran geklotzt, um das Buch auf den Weg zu bringen, Flei\u00dfarbeit war gefragt, schlie\u00dflich ging es um Korrekturen und technische H\u00fcrden, die es zu nehmen galt. Dann kam die interaktive Phase, der Austausch mit den Testlesern, zwischendurch weitere Korrekturen, dann die Zusammenarbeit mit dem Coverdesigner, die Leserunde<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>bei Lovelybooks, der Kontakt zu den Bloggern, die ersten Rezensionen zum eBook, denen man entgegenfiebert, angespannt und etwas \u00e4ngstlich, aber entgegenfiebert. Dann die Freude, wenn jemand zur\u00fcckmeldet, es h\u00e4tte gefallen, man h\u00e4tte sich am\u00fcsiert &#8230; das alles ist Trubel, mit Leben und Aktion gef\u00fcllt, viel mehr, als das Schreiben an sich. Und pl\u00f6tzlich ist das gedruckte Buch da und ein Abgrund tut sich auf. Ja, ich dramatisiere hier etwas, aber es ist vielleicht auch f\u00fcr LeserInnen interessant zu erfahren, dass es so was gibt. Nun erwischt mich das Interview just in dem Moment, in dem ich mich aufmache, den Blues zur Seite zu schubsen und daf\u00fcr zu sorgen, dass sich Ines Fox ihrem vierten Fall widmet. Und wie das so mit dem Schreiben ist, alleine hier zu veranschaulichen, was in mir vorgeht, hilft schon, dass es besser wird. Schreiben ist einfach f\u00fcr so vieles gut. Wer es noch nicht probiert hat, dem kann ich es nur w\u00e4rmstens empfehlen.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>7. Wie wichtig sind dir die Rezensionen der Leser?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Sehr wichtig! Enorm, au\u00dferordentlich, unfassbar wichtig! Dabei gibt es zwei Aspekte. Einerseits die R\u00fcckmeldung, das Feedback, das darin steckt, das Lob oder die Kritik. Es entspricht dem Kommentar, den mir manche LeserInnen lieber pers\u00f6nlich oder per Mail \u00fcbermitteln. Jede F\u00fcnfsterne-Rezension und jede positive Mitteilung ist wie eine Umarmung, manche wie ein Kuss, andere wie ein scheues L\u00e4cheln, wieder andere wie ein anerkennendes Schulter-<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>klopfen. Jede Kritik ist wertvoll, meist denken noch andere Leser so, wenn ein Detail nicht gef\u00e4llt. Als Autorin tut man gut daran, zuzuh\u00f6ren und gut nachzudenken, was man daraus macht. Ein Schlag in die Magengrube war bisher noch nicht dabei, aber auch darauf muss man gefasst sein. Nat\u00fcrlich schreibe ich gerne, auch ohne dass jemand liest, was ich fabriziere. Aber<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>es zu tun und zu erfahren, dass ich damit anderen Menschen eine Freude mache, dass ich ihnen ein paar Stunden vers\u00fc\u00dft habe, sie zum Schmunzeln oder gar Lachen bringen konnte, das erf\u00fcllt mich. Von derartigen R\u00fcckmeldungen, von Anerkennung und Austausch dieser Art kann ich gar nicht genug benommen. Ich bef\u00fcrchte, ich bin regelrecht s\u00fcchtig danach. Auf der anderen Seite ist da die enorme Wichtigkeit, die Rezensionen f\u00fcr den Erfolg eines Buches haben. Ich bin \u00fcberzeugt, dass Selfpublisher heute gute Rezensionen brauchen, sie nicht ohne sie auskommen k\u00f6nnen, wenn sie erfolgreich sein m\u00f6chten. Erfolgreich hei\u00dft f\u00fcr mich, dass ein Buch in nennenswerter Zahl gelesen wird. Ich rede hier also nicht vom finanziellen Erfolg, weil er f\u00fcr mich pers\u00f6nlich erst an dritter Stelle kommt. Meine B\u00fccher wollen gelesen werden. Dazu brauchen sie Rezensionen, um in einem kleinen Wellental des Meeres von B\u00fcchern kurz aufzutauchen. So werden sie f\u00fcr einen Augenblick sichtbar und erhalten die Chance, dass andere LeserInnen ihm einen Teil ihrer Lesezeit anvertrauen und &#8211; im besten Fall &#8211; wieder eine Rezension verfassen oder anderweitig verbreiten, dass es sich lohnt, B\u00fccher von diesem Autor, von dieser Autorin zu lesen. Wer von bestimmten Autoren mehr lesen m\u00f6chte, sie unterst\u00fctzen m\u00f6chte, f\u00fcr den ist das Schreiben von Rezensionen der l\u00e4ngste Hebel, die Aktion, mit der man am meisten bewirken kann. Autoren, deren B\u00fccher nicht erfolgreich sind, weil sie nicht gelesen werden, werden vermutlich nicht aufh\u00f6ren zu schreiben. Aber sie werden vielleicht aufh\u00f6ren zu ver\u00f6ffentlichen.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>8. Was ist bis jetzt der Sch\u00f6nste Moment in deiner bisherigen Zeit als Autorin gewesen?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Ich habe immer Probleme damit das Sch\u00f6nste, Beste, Leckerste zu k\u00fcren. Ich habe kein einzelnes Lieblingsgericht, ich bin Anh\u00e4ngerin von Top 5 oder Top 10 Listen. Hier also die Top 5 Momente, die mich als Autorin gl\u00fccklich machen, ohne priorisierte Reihenfolge. Die Schmetterlinge im Bauch, wenn mir eine Szene, eine Wendung oder ein Satz besonders gut gelungen ist; ich kann mich regelrecht in einen Satz verlieben. Jedes Mal, wenn eine Rezension online geht, wobei die ersten ihrer Art ungeheuere Schlagkraft haben, aber auch jede andere R\u00fcckmeldung und Anerkennung, die ich <\/strong><\/em><em><strong>erfahre, sei es aus meinem pers\u00f6nlichen Umfeld, sei es durch jemanden, dem ich zuf\u00e4llig auf einem Spaziergang begegne, sei es durch weit entfernt wohnende Leser, mit denen ich mich schriftlich austausche. Durch das Schreiben von B\u00fcchern lerne ich fast t\u00e4glich viele liebe Menschen kennen, kann ihnen Gutes tun, und das zu lesen oder zu h\u00f6ren ist wunderbar. <\/strong><\/em><em><strong>Auf eine ganz andere Weise wunderbar ist es, das jeweils erste gedruckte Buch in H\u00e4nden zu halten &#8211; was verr\u00fcckt ist, weil das eBook in jeder Hinsicht viel wichtiger ist und ich selbst auch nur eBooks lese. Dann ist da das Ranking bei Amazon. Der Moment, wenn Dein Buch in der Liste der Neuerscheinungen gegen\u00fcber Nele Neuhaus und querab von Gisa Pauly steht &#8230; unbezahlbar.<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Und ich genie\u00dfe es sehr, mein Buch vorzulesen und Reaktionen auf einzelne Szenen hautnah zu erleben. Vielen lieben Dank f\u00fcr diese wundervolle Frage, liebe Alexandra. Sie hat mir gerade die Augen ge\u00f6ffnet. Ich muss unbedingt wieder eine Lesung planen.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>9. Wie vereinbarst du das Schreiben mit der Familie? Bekommst du Unterst\u00fctzung von deiner Familie?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Meine kleine Familie besteht aus dem besten Schriftstellerinnengef\u00e4hrten aller Zeiten, mir und unserem Hund Fila. Das sagt schon viel aus, denke ich. In dieser kleinen Einheit erfahre ich unsagbar viel Unterst\u00fctzung. Ich w\u00fcrde gerne aus der Danksagung aus \u201eSeekoller\u201c zitieren: \u201eDer beste Schriftstellerinnengef\u00e4hrte aller Zeiten ist mein Erstleser, Zweitleser und Am-Ende-mehrmals-Leser. Er motiviert, packt Wind unter meine Schwingen, wenn die schriftstellerische Thermik mal nachl\u00e4sst, hinterfragt kritisch, genie\u00dft aber auch und freut sich mit, wenn mir etwas gut gelungen ist. Er ist mein Admin, beantwortet IT-technische Fragen, ist immer zu einer Diskussion bereit, kann zuh\u00f6ren, wie keiner sonst, und versorgt mich, wenn ich vor lauter Schreiben keinen Nerv f\u00fcr Profanes habe, wie Essen zu kochen. Im dritten Teil hat er Ines und mich zudem erstmalig in Kampftechniken beraten. Danke Dir f\u00fcr alles, Liebe meines Lebens. Ohne Dich ist alles nichts! Bis zur Unendlichkeit und weiter &lt;3\u201c. Ja, ich schmelze selbst auch immer wieder dahin &#8230;<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Dar\u00fcber hinaus unterst\u00fctzen mich viele in meiner Familie und meinem Freundeskreis, zum Beispiel als Testleser. Auch zeigen sie gro\u00dfes Interesse an allen Aspekten des Schreibens und der Buchver\u00f6ffentlichung. Das ist wirklich sch\u00f6n und unterscheidet sich deutlich von der Kommunikation \u00fcber unser Softwareunternehmen, vielleicht, weil der gemeinsame Nenner ein anderer ist. \u00dcbrigens ist aus meiner Warte auch die Art und Weise, wie fremde Menschen mir als Schriftstellerin begegnen, anders, wenn ich es damit vergleiche, wie sie mir als Unternehmerin gegen\u00fcbertreten.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>10. Wenn du an die Schule zur\u00fcckdenkst; Was war da dein liebstes und welches dein verhasstestes Fach \u2013 und wieso?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Mein verhasstestes Fach war &#8230; Trommelwirbel &#8230; Deutsch. Wirklich. Ich habe es gehasst, so sehr gehasst, vor allem in der Oberstufe. Zuvor war ich eine Leseratte, der Deutschunterricht hat es mir erfolgreich abgew\u00f6hnt. Lag es am Lehrer? Nein. Die Lehrer wechselten. Es lag am Stoff. Es lag daran, was man lesen musste und wie man sich mit Literatur besch\u00e4ftigen musste. Mich hat alles gest\u00f6rt. Meine Lieblingsf\u00e4cher waren Sport und Musik. F\u00fcr die Antwort musste ich tats\u00e4chlich kurz nachdenken, und zwar nicht nur, weil es schon etwas her ist. Jetzt philosophiere ich, was das wohl \u00fcber mich aussagt. Eine Schriftstellerin, die Deutsch hasste und sich lieber mit Musik und Sport besch\u00e4ftigte. Huiuiui, von der w\u00fcrde ich aber sofort was lesen wollen. Sind B\u00fccher nicht Sinfonien aus Worten?<br \/>\n<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u273d\u2022*\u00a8*\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 Autoreninterview \u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022*\u00a8*\u2022\u273d 1. Wer ist Christiane K\u00f6rdel? Magst du dich mal vorstellen? Ich bin Schriftstellerin. Oh, wie \u00fcberraschend, wird man da denken. 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