{"id":11605,"date":"2018-07-04T08:30:13","date_gmt":"2018-07-04T06:30:13","guid":{"rendered":"http:\/\/richteronweb.de\/?p=11605"},"modified":"2022-03-31T16:39:56","modified_gmt":"2022-03-31T14:39:56","slug":"interview-mit-fiona-blum-jules-virtac","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.richteronweb.de\/?p=11605","title":{"rendered":"Interview mit Fiona Blum\/Jules Virtac"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>\u273d\u2022*\u00a8*\u2022<span style=\"font-family: Tahoma;\">\u0e51\u273f\u0e51\u2605<\/span><\/strong> <strong>Autoreninterview<\/strong><strong> \u2605<span style=\"font-family: Tahoma;\">\u0e51\u273f\u0e51\u2022<\/span>*\u00a8*\u2022\u273d<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><strong><em>1. Wer ist Fiona Blum\/Jules Virtac? Magst du dich mal vorstellen?<\/em><br \/>\n<\/strong><\/span><\/p>\n<p lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Veronika_Rusch_0173-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-11606 size-medium\" src=\"http:\/\/richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Veronika_Rusch_0173-Kopie-300x204.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Veronika_Rusch_0173-Kopie-300x204.jpg 300w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Veronika_Rusch_0173-Kopie-768x522.jpg 768w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Veronika_Rusch_0173-Kopie-700x476.jpg 700w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Veronika_Rusch_0173-Kopie-900x612.jpg 900w, https:\/\/www.richteronweb.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Veronika_Rusch_0173-Kopie-1280x870.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>(Copyrights: Susie Knoll)<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Fiona Blum\/Jules Virtac sind meine Pseudonyme, ich hei\u00dfe mit richtigem Namen Veronika Rusch und bin &#8220;bayerische Hochgebirgspflanze&#8221;, komme aus dem s\u00fcdlichsten Zipfel Oberbayerns, wo ich inzwischen nach ein paar Umwegen und Zwischenstationen im In- und Ausland auch wieder wohne. Wenn ich nicht gerade schreibe, lese ich viel, spiele Gitarre (nicht besonders gut, aber mit Leidenschaft), reise oder wurschtle in meinem Garten herum. Au\u00dferdem mache ich gerne Yoga, treffe mich Freunden und esse gerne. <\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>2. Die wohl meistgestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Geschichten ausdenken war irgendwie immer schon mein Ding. Als ich vor vielen Jahren als junge Anw\u00e4ltin eine sehr stressige Phase hatte, habe ich zur Entspannung begonnen, in den Mittagspausen und am Abend ein Buch zu schreiben. Als Stresstherapie sozusagen. Die Phantasie und Kreativit\u00e4t waren wohl auch ein Ausgleich zur trockenen Juristensprache und den ganzen Regeln und Gesetzen. Das hat mich dann so gepackt, dass ich dabei geblieben bin und die Freude daran hat mich bis heute nie mehr losgelassen. Inzwischen habe ich die Juristerei ganz aufgegeben. Vor genau zehn Jahren ist mein erster Roman erschienen. Noch unter meinem richtigen Namen: Das Gesetz der W\u00f6lfe. Daraus ist dann eine Reihe geworden, mit einer Protagonistin, der Anw\u00e4ltin Clara Niklas und ihrer Dogge Elise, die mir beide sehr ans Herz gewachsen sind.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>3. Wie war f\u00fcr dich der \u00dcbergang von der Juristin zur Schriftstellerin. Hast du keine Bedenken, das du mal in eine Schreibblockade f\u00e4llst, das du dem Beruf Autorin nicht mehr aus\u00fcben kannst?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Es war ein eher schleichender \u00dcbergang, ich habe ja noch bis 2014 parallel als Anw\u00e4ltin gearbeitet, allerdings nach und nach immer weniger. Die Bedenken davor, ins kalte Wasser zu springen, waren allerdings schon da, aber eher finanzieller Natur. Die Schriftstellerei ist ja nicht gerade das, was man eine sichere Bank nennen kann, wie im \u00fcbrigen jeder kreative, selbst\u00e4ndige Beruf. Aber bisher ging es immer gut und es hat sich f\u00fcr mich auch ausgezahlt, sich mit ganzem Herzen einer Sache zu widmen. Vor einer Schreibblockade hatte ich eigentlich noch nie Angst. Dieses Gef\u00fchl, nicht mehr schreiben zu k\u00f6nnen, die Angst vor der leeren Seite hat man immer mal wieder, aber das \u00fcberwindet man am Besten,wenn man einfach weiterschreibt, auch wenn man glaubt, es k\u00e4me nur Mist dabei heraus. Was meistens gar nicht so ist. Es ist der innere Kritiker, der einen blockiert, den muss man niederschreiben. Wenn mir wirklich mal gar nichts mehr einfallen sollte, dann mache ich etwas anderes. Er\u00f6ffne ein Caf\u00e9, schreibe Reiseb\u00fccher oder bewirte Wanderer auf einer Alm &#8230; irgendetwas wird sich ergeben. Noch ist es gl\u00fccklicherweise nicht so weit. Und gottseidank gibt es auch noch gen\u00fcgend Leute, die lesen wollen, was ich schreibe.\u00a0 <\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>4. Im April ist Dein neuer Roman &#8220;Das Meer ist so nah&#8221; bei Goldmann erschienen. Wie kam dir die Idee zu diesem Roman und was m\u00f6chtest Du den Lesern mitgeben?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Inspiration zu diesem Roman war mein Onkel, der Bruder meines Vaters, der ein sehr talentierter Musiker war und sehr fr\u00fch gestorben ist. Ich h\u00e4tte mir mehr Zeit gew\u00fcnscht, ihn besser kennenzulernen. Als junger Mann, Ende der Sechziger war er viele Monate in Irland. Von ihm habe ich wohl die Liebe zu Irland irgendwie geerbt, zur Musik und irischen Literatur. Meine Eltern waren damals zusammen mit meinem Onkel auch f\u00fcr einige Zeit in Irland, auf einer ziemlich verr\u00fcckten Theatertournee und mich haben ihre Erz\u00e4hlungen und die Fotos aus dieser Zeit immer fasziniert. Mit dem Buch wollte ich eine Geschichte schreiben, die diese Faszination und meine eigenen Eindr\u00fccke und meine Liebe zu dieser Insel wieder spiegelt und eine Erinnerung an meinen Onkel. Ich habe, wie gesagt, zu wenig Zeit mit ihm verbracht, um seine ganze Geschichte zu erfahren und so wollte ich mir eine f\u00fcr ihn ausdenken. Ich denke, sie w\u00fcrde ihm gefallen. Ich hoffe, die Leser finden jeder f\u00fcr sich etwas in dem Roman. Es sind ja viele kleine Geschichten darin verpackt und vielleicht findet sich der eine oder andere darin irgendwo wieder. Ich will damit vermitteln, dass es -auch- unsere eigene Entscheidung ist, gl\u00fccklich zu sein. In jedem Leben, sei es auf den ersten Blick auch noch so verkorkst, steckt etwas Wertvolles und Lebenswertes, und in jedem Menschen etwas Liebenswertes, wenn man sich die M\u00fche macht, genauer hinzusehen. Es gibt so viele Vorverurteilungen, soviel Intoleranz, und Ressentiments bis hin zum offenen Hass zur Zeit. Ohne jetzt politisch werden zu wollen, w\u00fcrde ich mir w\u00fcnschen, mit meinen B\u00fcchern ein ganz kleines bisschen dazu beitragen zu k\u00f6nnen, einmal die Perspektive zu wechseln, die Dinge positiv zu sehen, und Mut zu machen.<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>5. Hast du denn Rituale oder einen R\u00fcckzugsort beim Schreiben? Wenn ja, welche\/wo?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Ich habe ein fast ganz zu gewachses Gartenh\u00e4uschen in unserem ohnehin schon recht verwilderten Garten, in das ich mich zur\u00fcckziehen kann, wenn mir der Trubel zu gro\u00df wird, oder mir am Schreibtisch im Haus die Decke auf den Kopf f\u00e4llt. Schreibrituale habe ich eigentlich keine richtigen. Ich brauche Kaffee. Und wenn es sehr mir sehr schwer f\u00e4llt anzufangen, schreibe ich ein Gedicht oder zeichne ein kleines Bild.<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>6. Wenn Du eine traurige, witzige, spannende oder gar krimi\u00e4hnliche Szene schreibst, f\u00fchlst du dann mit?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Oh ja. Ich heule sogar oft beim Schreiben, wenn ich von einer Szene oder einem Problem, das eine Figur hat, ergriffen bin. Und witzige Szenen zu schreiben macht sehr viel Spa\u00df, weil es der eigenen Stimmung auch sehr gut tut. <\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>7. Du hast bereits mehrere Romane ver\u00f6ffentlicht, auch unter einem anderen Autorennamen. Warum hast du dich in ein neues Genre begeben. <\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Das hat sich so ergeben. Ich lese gerne Krimis aber auch andere Romane unterschiedlichster Genres und ich wollte nie nur eine Sache machen. Ich hatte, bzw. habe das Gl\u00fcck, f\u00fcr verschiedene Verlage und in verschiedenen Genres schreiben zu k\u00f6nnen und das macht mich wirklich gl\u00fccklich und dankbar. Und es ist immer wieder eine neue Herausforderung, eine neue Stimme im mir selbst zu finden.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>8. Was ist bis jetzt der Sch\u00f6nste Moment in Deiner bisherigen Zeit als Autorin gewesen?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Ich denke, das waren zwei: Als mein allererstes Manuskript (Das Gesetz der W\u00f6lfe) vom GoldmannVerlag angenommen wurde, das war 2007, und als ich 2016 den DeLiA Autorenpreis f\u00fcr den Fiona-Blum-Roman &#8220;Liebe auf drei Pfoten&#8221; gewonnen habe. Da hat eine Kollegin, Julie Leuze eine so wunderbare Laudatio auf den Roman geschrieben, dass mir heute noch manchmal die Tr\u00e4nen kommen, wenn ich sie lese. Aber im Grunde ist jedes Mal, wenn ich eine Geschichte von mir endlich fertig und gedruckt als &#8220;echtes&#8221; Buch in den H\u00e4nden halte, ein wunderbarer, unglaublicher Moment.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>9. Wie wichtig sind dir die Rezensionen der Leser? Kannst du auch mit Kritik umgehen?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Rezensionen sind sehr wichtig und ich glaube nicht, dass es Autoren gibt, die das anders sehen, auch wenn sie es gelegentlich behaupten. Als Autorin schreibt man f\u00fcr Leser und daher ist es auch wichtig, was die Leser davon halten. Man muss allerdings lernen, mit Kritik umzugehen, denn man ist sehr verletzlich, wenn ein Buch frisch auf den Markt kommt und ist geneigt, alles pers\u00f6nlich zu nehmen, was man auch nicht tun sollte. Ich glaube schon, dass ich mit Kritik ganz gut umgehen kann, solange sie konstruktiv ist. Oft hilft sie einem ja auch weiter. Pauschale, destruktive Kritik versuche ich, so gut es geht, zu ignorieren.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>10. Welches von den folgenden Stichw\u00f6rtern trifft eher auf dich zu?<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Kaffee oder Tee? &#8211; <\/strong><\/em><em><strong>Kaffee<br \/>\nSommer oder Winter? &#8211; <\/strong><\/em><em><strong>Beides. Ich mag alle Jahreszeiten. Sogar den nebligen November.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Gut oder B\u00f6se? &#8211; <\/strong><strong>Gut. So gut wie m\u00f6glich. So gut man es kann. So gut wir sein k\u00f6nnen.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>S\u00fc\u00df oder Sauer? &#8211; Sauer<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Print oder Ebook? &#8211; <\/strong><strong>Ganz klar Print<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Film oder Buch? &#8211; <\/strong><strong>Eine typisch juristische Antwort: Kommt darauf an. Ich gehe auch sehr gerne ins Kino.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Fernsehen oder Lesen?<\/strong><strong> &#8211; Lesen<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u273d\u2022*\u00a8*\u2022\u0e51\u273f\u0e51\u2605 Autoreninterview \u2605\u0e51\u273f\u0e51\u2022*\u00a8*\u2022\u273d 1. Wer ist Fiona Blum\/Jules Virtac? Magst du dich mal vorstellen? 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